AD­VENT

Die Presse am Sonntag - - Österreich -

1600

fand erst­mals der Tho­mas­markt vor Sankt Ste­phan, al­so am Gra­ben und auf der Brand­stät­te, statt. Der Markt wur­de je­weils vom 16. oder 17. De­zem­ber bis 9. Jän­ner ab­ge­hal­ten. 1761 wur­de er ein­ge­stellt. Dort ver­kauf­ten „Peckn, Leb­zel­ter und Zug­ger­pa­cher“ih­re Wa­re.

1722

wur­de erst­mals der Ni­ko­lo-, Weih­nachts- und Krip­pen­markt auf der Frey­ung ab­ge­hal­ten. 1842 wur­de er auf den Platz Am Hof ver­legt. Der Markt fand – mit Aus­nah­me wäh­rend der Welt­krie­ge – je­des Jahr an un­ter­schied­li­chen Or­ten statt. Aus ihm ging der Christ­kindl­markt her­vor, der seit 1975 auf dem Rat­haus­platz ab­ge­hal­ten wird.

1903

wur­den die Stand­bau­ten des Christ­kindl­mark­tes er­neu­ter und erst­mals elek­trisch be­leuch­tet. 1135 Standln am höchs­ten. Heu­er sind es 19 Märk­te (und 973 Standln).

Aber zu­rück zu den his­to­ri­schen Märk­ten. Für Weih­nachts­märk­te dürf­ten die Wie­ner schon im­mer ein Fai­b­le ge­habt ha­ben. In­ter­es­sant ist, dass im Jahr 1872 die Wie­ner Jahr­märk­te durch ei­nen Be­schluss des Ge­mein­de­ra­tes auf­ge­las­sen wur­den, mit der Be­grün­dung, dass sie nicht mehr zu ei­ner mo­der­nen Groß­stadt pas­sen wür­den. Mit ei­ner ein­zi­gen Aus­nah­me: dem Christ­kindl­markt.

Hell er­leuch­tet ging es dort üb­ri­gens schon weit vor den Rat­haus­platz­zei­ten zu. 1903 wur­den die 128 Standln des Mark­tes er­neu­ert, und der Christ­baum wur­de erst­mals elek­trisch be­leuch­tet. Die einst ver­pön­te Sit­te der Christ­bäu­me eta­blier­te sich in Wi­en üb­ri­gens recht rasch: Ab 1830 wur­den auf dem Christ­kindl­markt auf der Frey­ung erst­mals Christ­bäu­me ver­kauft.

Die Wie­ner Christ­bäu­me ka­men schon da­mals vor­wie­gend aus Nie­der­ös­ter­reich. Nur dass sie frü­her eben mit Boo­ten ent­lang der Do­nau in die Stadt ge­bracht wur­den. Das wie­der­um war den Händ­lern nur recht, sie ver­kauf­ten die Bäu­me gleich vom Boot weg, um

Der heu­ti­ge Christ­kindl­markt geht auf den Krip­pen­markt aus 1722 zu­rück.

sich die Markt­ge­bühr zu spa­ren. 1904 wur­de die­se Pra­xis mit ei­nem neu­en ge­setz­li­chen Er­lass ge­re­gelt. Seit­dem ist das Markt­amt auch für die Christ­bäu­me zu­stän­dig.

Die Weih­nachts­be­leuch­tung war da ver­hält­nis­mä­ßig spät dran – zu­min­dest so, wie wir sie heu­te ken­nen: die elek­tri­sche Be­leuch­tung gan­zer Ein­kaufs­stra­ßen. 1956 wur­de die ers­te Ein­kaufs­stra­ße von den Kauf­leu­ten fest­lich be­leuch­tet. Es han­del­te sich da­mals al­ler­dings nicht et­wa um die Ma­ria­hil­fer Stra­ße oder die Kärnt­ner Stra­ße – son­dern um die Tha­lia­stra­ße.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.