Boh­ne

Die Presse am Sonntag - - Essen Und Trinken -

zu viel Wind geht.“Al­le vier, fünf Jah­re kann er die Kä­fer­boh­ne am sel­ben Feld an­bau­en. Kei­ne Hy­bridzüch­tun­gen. Ver­mehrt wird üb­ri­gens selbst, in­dem die bes­ten Kä­fer­boh­nen im nächs­ten Jahr wie­der in die Er­de ge­steckt wer­den. „Wir bau­en nur un­se­re ei­ge­nen Boh­nen an. Zum Glück gibt es da noch kei­ne Hy­bridzüch­tun­gen wie beim Kür­bis, das wird wohl noch 30 Jah­re dau­ern“, sagt Kröpfl. Die Hy­bridzüch­tun­gen brin­gen zwar we­sent­lich mehr Er­trag, ha­ben aber den Nach­teil, dass sie nicht wei­ter­ge­zo­gen wer­den kön­nen. Der Bauer müss­te al­so je­des Jahr neue Sa­men, sprich Boh­nen, kau­fen. „Man könn­te ei­ne Hy­bridzüch­tung schon auch wei­ter­zie­hen, aber man weiß nicht was raus­kommt“, sagt Kat­ha­ri­na Kröpfl. Ihr ist es lie­ber, stets die ei­ge­ne Sor­te, die sich an den Bo­den ge­wöhnt hat, wei­ter­zu­zie­hen. Dar­an er­ken­ne man auch den Un­ter­schied zu den chi­ne­si­schen Kä­fer­boh­nen, meint sie: „Im Kern wird ge­spei­chert, was im Bo­den drin ist.“

Nach der Ern­te wird das Boh­nen­Mais-Ge­misch sor­tiert. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat das die Fa­mi­lie hän- disch ge­macht, heu­er über­nimmt das die Ma­schi­ne ei­nes Kol­le­gen. Da­nach wer­den die Boh­nen ge­trock­net. 18 St­un­den lang wer­den sie zwi­schen 50 und 60 Grad Cel­si­us ge­trock­net. „Es ist wich­tig, dass das lang­sam und scho­nend geht. Wenn sie zu schnell er­hitzt wer­den, plat­zen die Boh­nen“, sagt der Bauer. Da­nach sind die Kä­fer­boh­nen bei­na­he un­be­grenzt halt­bar. Kröpfl friert sie dar­auf­hin aber zur Si­cher­heit noch zwei, drei Wo­chen ein. „Man sagt, in je­der Kä­fer­boh­ne kann ein Kä- Kröpfls Lin­den­hof Fa­mi­lie Kröpfl be­treibt im stei­ri­schen Pöl­lau ei­nen land­wirt­schaft­li­chen Be­trieb mit Frei­land­hüh­nern und Acker­bau (Ge­trei­de, Kür­bis, Kä­fer­boh­nen). Ge­mein­sam mit dem Obst­bau­er Da­ni­el Muhr ver­kau­fen sie ver­ar­bei­te­te Pro­duk­te über das Stei­rer-Pa­ckerl. www.stei­rer­pa­ckerl.at SB-Hof­la­den: Schö­nau 5, 8225 Pöl­lau, www.kro­epfls-lin­den­hof.at fer drin­nen sein. Des­halb frie­ren wir sie auch noch ein, da­mit be­stimmt nichts sein kann“, sagt Kröpfl. Ver­kauft wer­den die Kä­fer­boh­nen ab Hof, über ei­nen Selbst­be­die­nungs­la­den oder via Ver­sand, meist in Form ei­nes Stei­rerPa­ckerls.

»Im Kern wird ge­spei­chert, was im Bo­den drin­nen ist.« Dar­an mer­ke man die Qua­li­tät.

Dass die Kä­fer­boh­ne et­was ty­pisch Stei­ri­sches ist, war üb­ri­gens nicht im­mer so. Ur­sprüng­lich kommt die Pflan­ze, die auch Feu­er­boh­ne ge­nannt wird, aus Zen­tral­ame­ri­ka. Im 16. Jahr­hun­dert kam sie nach Ös­ter­reich, erst im 19. Jahr­hun­dert wur­de sie in der Stei­er­mark hei­misch. Heu­er ha­ben sich 140 Be­trie­be (mit ei­ner Flä­che von ins­ge­samt 600 Hekt­ar) bei je­ner Kon­troll­stel­le ge­mel­det, die die Her­kunfts­be­zeich­nung „g. U.“ver­gibt. Es wird span­nend, ob die stei­ri­sche Kä­fer­boh­ne da­durch ähn­lich er­folg­reich wird wie das Kür­bis­kern­öl. Und ob die Boh­ne da­mit der ge­dank­li­chen Schub­la­de ent­kommt.

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