LE­XI­KON

Die Presse am Sonntag - - Garten -

li­cher­wei­se doch nicht im­mer in voll­kom­me­ner Har­mo­nie ko­exis­tier­ten, und der Ge­gen­schlag des Le­pi­dop­te­ro­lo­gen folg­te auch in der Se­kun­de: Ein ein­zi­ges Mei­sen­pär­chen schna­bu­liert samt sei­ner Nach­kom­men­schaft in­ner­halb ei­nes Jah­res ins­ge­samt an die 75 Ki­lo In­sek­ten, dar­un­ter et­wa 150.000 Rau­pen. Sa­gen­haft! So ein klei­ner Vo­gel braucht, ge­mes­sen an sei­nem Ge­wicht, an die zehn­mal so viel Nah­rung wie ein Mensch. Er muss sei­ne ho­he Kör­per­tem­pe­ra­tur hal­ten, auch das Flie­gen braucht je­de Men­ge Ener­gie.

Es gä­be tat­säch­lich Schmet­ter­lings­freaks, so mein­ten bei­de über­ein­stim­mend, die Vö­gel des­halb am liebs­ten aus ih­ren Gär­ten ver­ban­nen wür­den, was na­tür­lich völ­li­ger Un­sinn sei. Die bes­te Me­tho­de, al­len Gu­tes zu tun, be­steht na­tür­lich dar­in, al­len das zur Ver­fü­gung zu stel­len, was sie so drin­gend

Bi­o­di­ver­si­tät.

Je­der, der ein Stück Bo­den be­wirt­schaf­tet, kann Viel­falt un­ter­stüt­zen, ei­ne bun­te Mi­schung von Pflan­zen be­her­ber­gen, den Säu­ber­lich­keits­drang über­win­den und Fut­ter in Form von Sa­men­stän­den erst im Früh­ling zu­rück­schnei­den.

Thu­jen.

In Deutsch­land gibt es mitt­ler­wei­le Ge­mein­den, die das Pflan­zen von Thu­jen­he­cken aus Na­tur­schutz­grün­den, aber auch aus äs­the­ti­schen Be­weg­grün­den laut Be­bau­ungs­plan ver­bie­ten.

Hei­mi­sche Ge­höl­ze.

Sie nüt­zen na­tür­lich nicht nur den Vö­geln, son­dern auch zahl­lo­sen Schmet­ter­lings- und In­sek­ten­ar­ten als Wirts­pflan­ze und Rück­zugs­ort. Je mehr da­von, des­to bes­ser. Mit der rich­ti­gen Be­pflan­zung füh­len sich Rau­pen im Gar­ten wohl. brau­chen, und was eben­falls im­mer sel­te­ner wird: ein paar wil­de, un­ge­kämm­te Zo­nen mit vie­len Stau­den und Ge­höl­zen, die so­wohl Fal­tern als auch Vö­geln Nah­rung spen­die­ren. Schnei­det end­lich die Thu­jen um! Des­halb wie­der ein­mal der Auf­ruf: Schnei­det eu­re leb­lo­sen Thu­jen­he­cken um, an de­nen sich we­der Schmet­ter­ling noch Vo­gel la­ben kön­nen. Er­setzt sie durch Bäu­me und Sträu­cher, die Nah­rungs­grund­la­ge für das Fe­der­vieh sind.

Ein paar Bei­spie­le: An der Ebe­resche naschen gleich 63 Vo­gel­ar­ten, am Ho­lun­der 62, an der Vo­gel­kir­sche 48, am Weiß­dorn 32. Hoch im Kurs als Jau­sen­sta­ti­on ste­hen et­wa auch Bir­ken, Hei­de­wa­chol­der, Zwetsch­ke, Faul­baum, Him- und Brom­bee­re, Ei­be und di­ver­se Schnee­bäl­le, Fel­sen­bir­ne und vie­le mehr.

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