In­di­sches Duf­ten

Nicht nur für Cur­rys eig­net sich der Grü­ne Kar­da­mom mit sei­nen herr­lich aro­ma­ti­schen Blät­tern.

Die Presse am Sonntag - - Garten - UTE WOLTRON

Die­se Würz­pflan­ze wu­chert, dass es ei­ne Freu­de ist. Dass sie des­halb häu­fig ge­schnit­ten wer­den muss, kommt uns Tee­gour­mets sehr ent­ge­gen: Der Grü­ne Kar­da­mom stammt aus In­di­en und Sri Lan­ka und lie­fert mit den be­kann­ten duf­ten­den Sa­men­kap­seln ei­nes der teu­ers­ten Ge­wür­ze der Welt. Hier­zu­lan­de im Topf ge­zo­gen und in der Woh­nung über­win­tert, wird er kaum je zur Blü­te ge­lan­gen, doch al­lein sei­ne Blät­ter sind ei­ne Be­rei­che­rung je­der Kü­che.

Ihr Aro­ma ist je­nem der Sa­men zwar ver­wandt, doch ei­gen­stän­dig und we­sent­lich mil­der. Es ist schwer be­schreib­bar, wür­zig, ori­en­ta­lisch, warm, nicht auf­dring­lich. Mit den sat­ten, kräf­ti­gen, je­doch nicht all­zu gro­ßen Blät­tern las­sen sich Cur­rys ver­edeln, Reis­ge­rich­te wür­zen – und man kann eben auch die­sen fei­nen, ganz ei­gen­ar­ti­gen Tee dar­aus brü­hen, oder Tee­mi­schun- gen ei­ne be­son­de­re No­te ver­lei­hen. Die Pflan­ze selbst wächst der­ma­ßen dicht, dass sie re­gel­mä­ßig aus dem Topf ge­beu­telt und mit re­la­ti­ver Bru­ta­li­tät mit­tels ei­nes schar­fen Mes­sers ge­teilt und in neue Töp­fe ver­frach­tet wer­den muss. Das hat den Vor­teil, dass man, Wu­chert wie wild und eig­net sich her­vor­ra­gend für Tee. be­sitzt man ei­ne Kar­da­mo­m­stau­de, stän­dig wei­te­re ver­schen­ken kann.

In der Pfle­ge ist die Pflan­ze völ­lig un­auf­wen­dig. Sie braucht den Som­mer über eher viel Was­ser und Dün­ger, im Win­ter deut­lich we­ni­ger. Sie kann zwi­schen­durch aus­trock­nen, das tut ihr nicht nur we­ni­ger zu­lei­de als dau­er­nass ge­hal­te­ne Wurzeln, sie mag das so­gar. Sie kommt auch mit recht schat­ti­gen Licht­ver­hält­nis­sen gut zu­recht, voll­son­ni­ge Stand­or­te mag sie nicht.

Der Kar­da­mom ist ein Ing­wer­ge­wächs, das sieht man dem grü­nen Blatt­werk auch an. Die Pflan­zen kön­nen ei­nen gu­ten hal­ben Me­ter hoch wer­den. Wie fast al­le Ver­tre­ter die­ser Fa­mi­lie brei­tet sich Kar­da­mom über Wur­zel­aus­läu­fer kräf­tig aus und füllt bin­nen Kur­zem je­den Blu­men­topf. Ver­wen­den Sie ihn nur frisch, ge­trock­net ver­lie­ren die Blät­ter jeg­li­ches Aro­ma.

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