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EMP­FEH­LUN­GEN FÜR ZEIT­GE­NOS­SEN, DIE AUF IHR GELD SCHAU­EN

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld -

Wäh­rend sich die Kur­se auf ho­hem Ni­veau in Eu­ro­pa seit­wärts und in den USA leicht auf­wärts be­we­gen, wird die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank ner­vös: Das Ri­si­ko für Kurs­kor­rek­tu­ren an den Ka­pi­tal­märk­ten sei zu­letzt deut­lich ge­stie­gen, sag­te EZB-Vi­ze­prä­si­dent V´ıtor Con­stan­ci­oˆ in der vo­ri­gen Wo­che.

Tat­säch­lich sind die po­li­ti­schen Ris­ken groß: Nach dem über­ra­schen­den Wahl­sieg Do­nald Trumps, der An­le­ger und Ana­lys­ten auf dem fal­schen Fuß er­wischt, sich letzt­end­lich aber im Wohl­ge­fal­len ei­ner eben­so über­ra­schen­den Kurs­ral­lye auf­ge­löst hat, schau­en An­le­ger jetzt wie ge­bannt nach Ita­li­en: Rutscht Mi­nis­ter­prä­si­dent Ren­zi mit sei­nem Re­fe­ren­dum am 4. De­zem­ber aus, dann rech­nen nicht nur die Wäh­rungs­hü­ter fix mit Tur­bu­len­zen auch an den Bör­sen.

Zu­sätz­lich schreckt in den USA das Zins­ge­spenst die Börsianer, denn ei­ne (an den Märk­ten wahr­schein­lich wohl schon es­komp­tier­te) klei­ne Er­hö­hung der US-Leit­zin­sen im De­zem­ber gilt als fix. Die Fra­ge ist aber, wie es dann wei­ter­geht. Zwingt die von Trump an­ge­kün­dig­te ex­pan­si­ve Schul­den­po­li­tik die No­ten­bank zu ra­san­te­ren Zins­stei­ge­run­gen im kom­men­den Jahr, dann ist der seit meh­re­ren Jah­ren an­hal­ten­de Bul­len­markt wohl erst ein­mal Ge­schich­te. Ein sol­ches Sze­na­rio könn­te ein­tre­ten, wenn die In­fla­ti­on in den USA schnel­ler in Fahrt kommt.

Be­ob­ach­ter glau­ben al­ler­dings nicht, dass die Fed ei­nen schon ein­mal ge­mach­ten Feh­ler wie­der­holt und die Fi­nanz­märk­te mit zu star­ken Zins­schü­ben er­dros­selt. Span­nend wer­den die nächs­ten Mo­na­te für An­le­ger al­le­mal.

Kurz­fris­tig be­steht aber noch kein Grund, dem Markt ade zu sa­gen. Man soll­te al­ler­dings vor­sich­ti­ger als ge­wöhn­lich agie­ren und sei­ne auf­ge­lau­fe­nen Ge­win­ne im Fall des Fal­les durch be­herz­te Ver­käu­fe si­chern. Aus­sit­zen ist schon län­ger kei­ne wirk­li­che Bör­sen­op­ti­on mehr.

Und was tut sich kon­kret an den Märk­ten? Die hei­ßes­te Mel­dung kam ges­tern aus der Schweiz. Dort ist die Ak­tie des Bio­tech-Kon­zerns Ac­te­li­on (ISIN CH0010532478) am Frei­tag in der Spit­ze um mehr als 14 Pro­zent hoch­ge­sprun­gen, nach­dem Ge­rüch­te auf­ge­taucht sind, der US-Phar­ma­rie­se John­son & John­son pla­ne die Über­nah­me des Un­ter­neh­mens.

Die Ak­tie, die bei meh­re­ren Ana­lys­ten auf „strong buy“steht, hat mit dem gro­ßen Sprung zwar ihr Kurs­ziel prak­tisch schon er­reicht. Falls an den Ge­rüch­ten et­was dran sein soll­te, sind die­se Zie­le aber Ma­ku­la­tur. Ana­lys­ten ge­hen da­von aus, dass die Ame­ri­ka­ner in die­sem Fall tief in die Ta­sche grei­fen und min­des­tens 30 Pro­zent auf den ak­tu­el­len Kurs drauf­le­gen müss­ten. Die

AFP

In der Bio­tech-Bran­che nimmt das Fu­si­ons­ka­rus­sell Fahrt auf. Das er­öff­net in­ter­es­san­te Mög­lich­kei­ten an den Bör­sen.

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