Kurz schwelgt im Lu­xus

Die Presse am Sonntag - - Die Seite Zwei - ETT

Für Se­bas­ti­an Kurz wä­re es am bes­ten, er nimmt ein­fach ein paar Wo­chen Ur­laub. Sein Wahl­pro­gramm, ei­nen 250-Sei­ten-Wäl­zer, legt er oh­ne­hin erst im Lau­fe des Sep­tem­bers vor. Da bleibt dann für die 6,4 Mil­lio­nen Wahl­be­rech­tig­ten noch bis 15. Ok­to­ber Zeit zum Le­sen. Of­fi­zi­el­ler Wahl­kampf­start ist gar erst in der zwei­ten Sep­tem­ber­hälf­te.

Ge­probt da­für hat er jetzt ein­mal bei den schwar­zen Afi­cio­na­dos, beim Bau­ern­bund. Ge­ra­de, dass die nicht vor Ver­zü­ckung Le­der­ho­se und Dirndl auf die Büh­ne ge­schmis­sen ha­ben. Das Pro­gramm von der Ret­tung des So­zi­al­staats bis zur Si­che­rung des Ei­gen­tums hat Kurz je­den­falls schon drauf.

Am Sams­tag hat er we­gen des Vor­sprungs in den Um­fra­gen vor ver­früh­ter Sie­ges­trun­ken­heit ge­warnt. Das war Kurz in neu­er Rol­le als Spaß­brem­se. Da­bei müss­te er Ver­ständ­nis ha­ben. So ei­ne tol­le Stim­mung sind lang­ge­dien­te, leid­ge­prüf­te ÖVP-Funk­tio­nä­re und Neue-Be­we­gungs-Fe­ti­schis­ten ein­fach nicht mehr ge­wöhnt. Beim Rüber­schie­len auf SPÖ, FPÖ und Grü­ne wird Kurz schnell mer­ken: So ein Lu­xus­pro­blem wie das Aus­flip­pen vor Freu­de ein­ein­halb Mo­na­te vor der Wahl tä­ten die gern ha­ben.

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