Der Show­down ei­ner tur­bu­len­ten Sai­son

Ex–Pro­fi und Coach Ga­lo Blan­co ge­währt Ein­bli­cke in das Tour­le­ben. Er bricht ei­ne Lan­ze für Gün­ter Bres­nik und adelt Nick Kyr­gi­os.

Die Presse am Sonntag - - Sport - VON CHRIS­TOPH GASTINGER

Mit den ATP World Tour Fi­nals in der pom­pö­sen Lon­do­ner 02 Are­na en­det das Ten­nis­jahr, die heu­te be­gin­nen­de Ver­an­stal­tung dient tra­di­tio­nell als Kräf­te­mes­sen der acht bes­ten Spie­ler der lau­fen­den Sai­son. Ne­ben Ra­fa­el Na­dal, Ro­ger Fe­de­rer, Alex­an­der Zverev, Ma­rin Ci­lic, Gri­gor Di­mitrov, Da­vid Goff­in und Jack Sock ge­hört auch Do­mi­nic Thiem die­ser il­lus­tren Run­de an; der Nie­der­ös­ter­rei­cher hat sich zum zwei­ten Mal in Fol­ge für den Show­down an der Them­se qua­li­fi­ziert. Ers­ter Geg­ner des 24-Jäh­ri­gen ist Mon­tag­nach­mit­tag der Bul­ga­re Di­mitrov, wei­te­re Grup­pen­geg­ner bei dem mit acht Mil­lio­nen US-Dol­lar do­tier­ten Event sind Na­dal und Goff­in.

Dass Thiems Sai­son­leis­tun­gen durch­aus kon­tro­vers dis­ku­tiert wer­den, be­weist nicht zu­letzt die ge­stie­ge­ne Er­war­tungs­hal­tung an den Schütz­ling von Gün­ter Bres­nik. Mit ei­nem Sai­son­ti­tel (Rio de Janeiro im Fe­bru­ar) hat der Rechts­hän­der die ei­ge­nen An­sprü­che ge­wiss nicht be­frie­digt – in der Vor­sai­son wa­ren es noch vier Ti­tel ge­we­sen –, zu­dem drückt der schwa­che Herbst auf das Ge­müt. Fakt ist: Die Kon­kur­renz mag, was das Sam­meln von Tro­phä­en an­geht, heu­er be­deu­tend er­folg­rei­cher ge­we­sen sein, al­ler­dings ha­ben zu die- sem Zeit­punkt mit Na­dal, Fe­de­rer und Zverev nur drei Spie­ler mehr Punk­te ein­ge­spielt. Thiem hat sei­ne Punk­te heu­er im Ver­gleich zu 2016 nicht über­wie­gend bei klei­ne­ren Tur­nie­ren ge­holt, er hat bei den grö­ße­ren Events an Kon­stanz ge­won­nen – und in Sum­me häu­fi­ger ge­punk­tet. 2016 hat­te er vor Lon­don 3215 Zäh­ler vor­zu­wei­sen, 2017 sind es 3815.

Thiems Stei­ge­rung ist frei­lich kein Zu­fall, son­dern viel­mehr das Pro­dukt har­ter Ar­beit. Ex-Pro­fi Ga­lo Blan­co, seit Jah­ren als Coach auf der Pro­fi­tour un­ter­wegs, ist ein auf­merk­sa­mer Be­ob­ach­ter der Sze­ne.

Der Spa­nier hat in der Ver­gan­gen­heit den Ka­na­di­er Mi­los Rao­nic und für kur­ze Zeit Jür­gen Mel­zer trai­niert, ak­tu­ell be­treut er den auf­stre­ben­den Rus­sen Ka­ren Khach­a­nov. Über Thiem sagt Blan­co: „Do­mi­nic ist viel­leicht je­ner Spie­ler, der här­ter ar­bei­tet und mehr St­un­den auf dem Platz ver­bringt als al­le an­de­ren.“Blan­co ist nicht der ers­te Coach oder Ex­per­te, der im Ös­ter­rei­cher ei­ne po­ten­zi­el­le Num­mer eins sieht. Und Gün­ter Bres­nik be­merk­te erst un­längst rich­tig: „Wer die Num­mer vier ist, der kann auch die Num­mer eins wer­den.“

Blan­co reiht sich naht­los ein in die Rei­he der Thiem-

Reu­ters

Do­mi­nic Thiem be­tritt in Lon©on zum zwei­ten MŻl ©ie gro­ße Büh­ne ©er Worl© Tour FinŻls.

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