Ale­xa will es sim­pel und laut

An­fang Ok­to­ber prä­sen­tier­te So­nos sei­nen rund­er­neu­er­ten Laut­spre­cher mit Ama­zons As­sis­ten­tin Ale­xa. »Die Presse am Sonn­tag« hat das smar­te, teils schwer­hö­ri­ge Ge­rät ge­tes­tet.

Die Presse am Sonntag - - Spielzeug - VON BAR­BA­RA GRECH

Ein Pro­dukt soll­te zum Markt­start fer­tig sein. Zu­min­dest ei­nen voll­kom­me­nen, aus­ge­reif­ten Ein­druck bei sei­nem neu­en Be­sit­zer er­we­cken. Hie und da noch nach­zu­bes­sern ist ab­so­lut le­gi­tim. Man­ches lässt sich auch wirk­lich erst im Live-Be­trieb er­ken­nen und aus­bes­sern.

Doch im­mer mehr Her­stel­ler wer­fen halb­ga­re Pro­duk­te auf den Markt und mer­zen dann – im bes­ten Fall – mit wö­chent­li­chen Up­dates Soft­warePro­ble­me aus. Im­mer öf­ter kommt es auch vor, dass Funk­tio­nen nach­ge­reicht wer­den. Der Käu­fer wird da­mit im­mer mehr zum zah­len­den Be­ta­tes­ter.

Der So­nos-Laut­spre­cher mit Alex­aIn­te­gra­ti­on de­gra­diert den Be­sit­zer zum Be­ta­tes­ter, der da­zu noch mit 229 Eu­ro da­für re­la­tiv tief in die Ta­sche grei­fen muss. Es zeigt aber auch, dass sich der Pa­ra­dig­men­wech­sel bei So­nos vom So­und­sys­tem­her­stel­ler zum An­bie­ter ei­ner of­fe­nen Platt­form schwie­ri­ger ge­stal­tet, als wohl an­fäng­lich an­ge­nom­men. Spo­ti­fy war zum Markt­start noch nicht ver­füg­bar. Die Hör­buch-App Au­di­b­le wird erst An­fang 2018 an Bord sein. Auch sonst hat das Sys­tem noch sei­ne Kin­der­krank­hei­ten. Und sonst so? Vor der In­be­trieb­nah­me ist es aber nö­tig, dass die neue Mit­be­woh­ne­rin Ale­xa auch mit dem So­nos One warm wird. Da­für darf der Be­sit­zer als Mitt­ler und „App-In­stal­la­teur“die­nen. So­bald sich die bei­den Apps „ken­nen“und über den Punkt „Sprach­diens­te“in der So­nos-App mit­ein­an­der ver­knüpft sind, geht es wei­ter zur Aus­wahl der fa­vo­ri­sier­ten Mu­sik­diens­te.

Im Fall des Tests war es Ama­zon Mu­sic und die be­vor­zug­te Mu­sik vom Broad­way-Er­folg „Ha­mil­ton“, da das Al­bum ver­schie­de­ne Mu­sik­rich­tun­gen bie­tet, um den Klang der Box auch tes­ten zu kön­nen. Und hier gibt es ab­so­lut nichts zu me­ckern. Das Test­ge­rät wur­de als „Wohn­zim­mer“in der App be­zeich­net und ne­ben je­nem be­sag­ten Raum auch in der Kü­che, im Ba­de­zim- mer und im Schlaf­zim­mer ge­tes­tet. So­nos schafft es, in ei­nen klei­nen Zy­lin­der sehr viel Klang und Laut­stär­ke zu pa­cken. In den Hö­hen, Tie­fen und auch beim Bass über­zeugt das klei­ne Wun­der­kas­terl. Ale­xa, die Zi­cke. Al­len vor­an­ge­stellt sei, dass sich Ale­xa je­der­zeit ma­nu­ell am Ge­rät aus­schal­ten lässt. Das hilft nicht nur ge­gen Pa­ra­noia. Auch bei Fern­seh­aben­den lohnt die Funk­ti­on. Denn zwi­schen Fern­seh­ge­rät und der As­sis­ten­tin Ale­xa scheint – zu­min­dest bei der Tes­te­rin – ei­ne spe­zi­el­le Ver­bin­dung zu be­ste­hen.

Kaum ist aus dem Fern­se­her ir­gend­et­was mit Alex zu hö­ren, mel­det sich schon die As­sis­ten­tin ganz be­reit­wil­lig. Auf tau­be Oh­ren stößt dann die Tes­te­rin. Die Ge­sprächs­kul­tur mit Ale­xa funk­tio­niert ganz nach dem Prin­zip: „Ich kann es nicht bes­ser er­klä­ren, nur lau­ter.“Im Thea­ter-Sprech­deutsch mit er­ho­be­ner Stim­me pa­riert die Zi­cke dann end­lich. Aber auch die Nach­barn. Er­staun­lich ist, dass Ale­xa mit der Zeit zu­gäng­li­cher wird. Und dann auch kaum Pro­ble­me mit dem Ver­ständ­nis hat, wenn es vie­le Ne­ben­ge­räu­sche gibt. Mit der ent­spre­chen­den Ge­räusch­ku­lis­se kommt Ale­xa an­schei­nend erst rich­tig in Fahrt. Un­ge­wohn­te Selbst­ge­sprä­che. Es gibt zwei Ar­ten von Nut­zern. Je­ne, die der Sprach­steue­rung ab dem ers­ten Mo­ment et­was ab­ge­win­nen kön­nen und die an­de­ren, die auch nach län­ge­rem Tes­ten lie­ber auf die Be­quem­lich­keit ver­zich­ten, an­statt mit ei­nem Stück Plas­tik zu spre­chen. Wer wel­cher Typ ist, muss schluss­end­lich je­der für sich ent­schei­den.

So­nos

Der So­nos One ist gut, nur Ale­xa ist zu­wei­len zi­ckig.

DIE­PRES­SE.COM/ SPIEL­ZEUG

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.