Mit­stei­gern, Kunst­ge­nuss si­chern!

Die Presse am Sonntag - - Kultur -

Für Ken­ner und Kunst­lieb­ha­ber ist das Do­ro­the­um im­mer ei­nen Be­such wert – be­son­ders in den Auk­ti­ons­wo­chen. Die nAchs­te fin­det vom 21. bis 24. No­vem­ber 2017 statt und ihr Fo­kus liegt auf zeit­ge­nös­si­scher Kunst und der Klas­si­schen Mo­der­ne. Egon Schie­le gilt als der be­deu­tends­te und ra­di­kals­te Zeich­ner des 20. Jahr­hun­derts. Be­reits im Vor­feld sei­nes 100. To­des­jah­res bie­tet das Do­ro­the­um in sei­ner Auk­ti­on „Klas­si­sche Mo­der­ne“am 21. No­vem­ber 2017 zwei Zeich­nun­gen des gro­ßen Prot­ago­nis­ten der Mo­der­ne an: Die „Lie­gen­de Frau“von 1917 prA­sen­tiert sich selbst­be­wusst dem Be­trach­ter, Schie­les raf­fi­nier­tes Li­ni­en­spiel, sei­ne dif­fi­zi­len Ver­kür­zun­gen und Über­schnei­dun­gen spren­gen die Gren­zen des Zei­chen­blatts. Das her­vor­ra­gen­de Blatt, das sich seit mehr als 85 Jah­ren in Pri­vat­be­sitz be­fand, de­mons­triert bei­spiel­haft, wie Schie­le die Zeich­nung aus der Tra­di­ti­on der Stu­die her­aus­löst und zum au­to­no­men Kunst­werk er­hebt. Das aus der glei­chen Samm­lung kom­men­de Frau­en­por­trAt ent­stand ei­ni­ge Mo­na­te vor Schie­les frü­hem Tod mit erst 28 Jah­ren.

Mün­ter bis Wal­de

Das Len­bach­haus in Mün­chen wid­met Ga­b­rie­le Mün­ter ab En­de Ok­to­ber 2017 ei­ne ei­ge­ne Aus­stel­lung. Das Do­ro­the­um ver­stei­gert von die­ser be­deu­ten­den Künst­le­rin, die in die­sem Jahr ih­ren 140. Ge­burts­tag hAt­te, ei­nen „Blick aufs Ge­bir­ge“. Zu den wei­te­ren Spit­zen­wer­ken der Auk­ti­on zAh­len ei­ne Kitz­bü­hel-An­sicht von Al­fons Wal­de so­wie Wer­ke von Emil Fil­la, ei­nem der be­deu­tends­ten Prot­ago­nis­ten des tsche­chi­schen Ku­bis­mus. Au­ßer­ge­wöhn­lich auch das Kunst­werk ei­nes be­rühm­ten Phi­lo­so­phen, ein MAd­chen­kopf aus Ke­ra­mik von Lud­wig Witt­gen­stein.

Viel­schich­ti­ge Ebe­nen

Ein rie­si­ges Di­no­sau­ri­er-Ei steht im Mit­tel­punkt des 1996 ent­stan­de­nen Ge­mAl­des von Mar­tin Kip­pen- ber­ger, ei­nem der Top-Lo­se der Auk­ti­on „Zeit­ge­nös­si­sche Kunst“am 22. No­vem­ber. Das Ei mit al­len sei­nen kör­per­li­chen, se­xu­el­len, und my­tho­lo­gi­schen Im­pli­ka­tio­nen spielt in Kip­pen­ber­gers Bil­dern ei­ne wich­ti­ge mo­ti­vi­sche Rol- le. Un­ter dem Ti­tel „Der Eier­mann und sei­ne Aus­le­ger“war dem The­ma im Mu­se­um Ab­tei­berg Mön­chen­glad­bach ei­ne gan­ze Aus­stel­lung ge­wid­met. Die Darstel­lung des Ur­zeit­mons­ters in prA­na­ta­lem Zu­stand, für die ei­ne Ab­bil­dung aus der Zeit­schrift „Na­tio­nal Geo­gra­phic“Vor­la­ge war, lAsst sich als viel­schich­ti­ges Selbst­por­trAt des zur Ent­ste­hungs­zeit schon schwer kran­ken Künst­lers le­sen.

Ki­ne­tik & Ma­le­rei

Licht ist das be­herr­schen­de Ele­ment bei den Ar­bei­ten des ZE­RO- Künst­lers Heinz Mack, es ver­wan­delt sie zu ein­zig­ar­ti­gen ki­ne­ti­schen Ob­jek­ten. Der „Licht­fAcher im Raum“aus dem Jahr 1965 ak­zen­tu­iert durch das fein­ma­schi­ge, fle­xi­ble Streck­me­tall­ge­we­be die fei­ne Struk­tur in den Licht­flü­geln – Je nach Stand­punkt des Be­trach­ters wird die Ober­flAche auf un­ter­schied­li­che Wei­se zum Schil­lern ge­bracht.

Ma­ria Lass­nig, die Gran­de-Da­me der zeit­ge­nös­si­schen ös­ter­rei­chi­schen Ma­le­rei, ist mit zwei groß­for­ma­ti­gen Ar­bei­ten „In­ner­halb und Au­ßer­halb der Lein­wand I und II“ver­tre­ten, Franz West mit ei­ner Skulp­tur, Ge­org Ba­se­litz un­ter an­de­rem mit dem „Klei­nen Feu­er“von 2003.

Kraft­vol­le Abs­trak­ti­on

Krea­ti­ve Wut steht am Be­ginn ih­rer fan­tas­ti­schen Abs­trak­tio­nen, die eben­so fröh­lich stim­men wie ver­stö­ren: As­ger Jorns Öl­bild „Bro­kit brak-Patchy quar­rel“aus dem Jahr 1964 ist ein Bei­spiel für ei­ne Rei­he von Ar­bei­ten der Künst­ler­grup­pe CoBrA. Ei­ne kraft­vol­le Ar­beit, die mit ih­ren brei­ten, scharf ge­setz­ten Pin­sel­stri­chen, den schil­lern­den Farb­kon­tras­ten und ih­rer ge­ra­de­zu ag­gres­si­ven In­ten­sitAt ei­ne eben­so traum­glei­che wie ‚kind­li­che‘ At­mo­s­phA­re er­zeugt.

Schon tra­di­tio­nell punk­tet die Auk­ti­on mit Ar­bei­ten ita­lie­ni­scher Avant­gar­de­künst­ler der 1960erJah­re. Bei­spiel­haft sei­en Wer­ke von Lu­cio Fon­ta­na, Ro­dol­fo Aricò, Ago­s­ti­no Bo­nalu­mi oder En­ri­co Ca­s­tel­la­ni er­wAhnt. Ein be­son­de­res High­light ist die blaue „Zo­ne rif­les­se“von Pao­lo Scheg­gi.

Bul­ga­ri, Ro­lex & Co

Schmuck und Uh­ren ex­klu­si­ver Her­stel­ler be­stim­men das Auk­ti­ons­an­ge­bot am 23. und 24. No­vem­ber 2017. Fun­keln­de und glAn­zen­de Schmuck­stü­cke von gro­ßen Ju­we­lie­ren, un­ter an­de­rem von Bul­ga­ri, so­wie Uh­ren von Ro­lex, Pa­tek Phil­ip­pe, Ome­ga, Tag Heu­er, Car­tier und A. Lan­ge & Söh­ne wer­den ver­stei­gert.

Ins­ge­samt vie­le Grün­de, um ins Do­ro­the­um zu schau­en!

FO­TO: DO­RO­THE­UM

Von Egon Schie­le stammt die „Lie­gen­de Frau“, 1917.

FO­TO: DO­RO­THE­UM

Ma­ria Lass­nigs Ar­beit da­tiert aus 1984/85.

FO­TOS: DO­RO­THE­UM

Mar­tin Kip­pen­ber­ger mal­te die­ses Werk 1996.

FO­TO: DO­RO­THE­UM

Ein Blick auf Kitz­bü­hel von Al­fons Wal­de, 1930.

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