LEXIKON

Die Presse am Sonntag - - Garten -

Ih­nen wis­sen, dass die zar­ten Sel­le­rieblät­ter ei­ne aus­ge­zeich­ne­te Wür­ze sind. Doch ge­dul­den Sie sich trotz­dem noch ein biss­chen: Nur nicht zu rasch zu vie­le auf ein­mal ern­ten, da­mit die Pflan­ze nicht ge­schwächt wird.

Der glei­che Vor­gang er­weckt üb­ri­gens bei­spiels­wei­se auch Früh­lings­zwie­beln wie­der zum Le­ben, so­gar Sa­la­te trei­ben mit die­ser Me­tho­de kraft­voll neu aus, et­wa der er­staun­lich wüch­si­ge Ro­ma­na­sa­lat. Wer ge­nug Fens­ter­platz und Licht hat, kann im Win­ter aus Sa­la­t­res­ten zum Spaß ei­ne Sa­lat­plan­ta­ge an­le­gen und über die Re­ge­ne­ra­ti­ons­kräf­te stau­nen. Nicht zu viel gie­ßen, denn sonst kom­men die Blatt­läu­se über Ih­re In­door-Sa­lat­zucht.

Wer sei­nem Nach­wuchs an­schau­lich bei­brin­gen will, dass Ge­mü­se et­was ganz und gar Le­ben­di­ges ist – selbst nach wo­chen­lan­gem Auf­bah­ren

Kei­mung l.

Die im Text be­schrie­be­ne ist mit der epi­gäi­schen Kei­mung ei­ner der zwei Kei­mungs­ty­pen. Der Säm­ling ver­an­kert sich zwar in der Er­de, durch­bricht je­doch mit­samt Sa­men­hül­le die Erd­ober­flä­che, schüt­telt die­se ab und schöpft mit zwei Keim­blät­tern Kraft mit­tels Fo­to­syn­the­se.

Kei­mung ll.

Im Ge­gen­satz da­zu ver­blei­ben im Fall der hy­po­gäi­schen, al­so un­ter­ir­di­schen Kei­mung die Keim­blät­ter gleich in der Er­de. Der Säm­ling treibt ober­ir­disch von Be­ginn an Pri­mär­blät­ter.

Vor­quel­len.

Sa­men für ei­ni­ge St­un­den vor der Aus­saat im Was­ser vor­quel­len zu las­sen, zahlt sich er­fah­rungs­ge­mäß so gut wie im­mer aus. Gro­ße Sa­men wei­chen ent­spre­chend län­ger als fei­ne. Al­ten Pflan­zen­res­ten ei­ne Chan­ce. im Kühl­schrank –, züch­tet mit den Spröss­lin­gen ein Ka­rot­ten­gärt­chen in der Scha­le. Schaut nett aus und ist ei­gent­lich ein klei­nes Wun­der. Zu die­sem Zweck wird die obe­re Kap­pe der mög­lichst fri­schen Ka­rot­ten ab­ge­schnit­ten und, wie be­schrie­ben, seicht, so­dass die Blatt­res­te über die Er­de ra­gen, ein­ge­pflanzt. Be­mer­kens­wer­tes Über­le­ben. Ein­fa­cher ist es, die Schöp­fe auf ei­ne La­ge gut feucht ge­hal­te­ner Kü­chen­rol­le zu set­zen. Ka­rot­ten, aber auch Ro­ten Rü­ben und an­de­re Knol­len­ge­wäch­se trei­ben so­gar aus spär­li­chen Res­ten kräf­ti­ge Blät­ter. Le­ben fin­det nicht nur auf zwei oder vier Bei­nen statt, es um­gibt uns al­ler­or­ten und fin­det Über­le­bens­stra­te­gi­en. Au­ßer­dem – es ist doch in­ter­es­sant, wie le­ben­dig die Din­ge sein kön­nen, von de­nen wir uns er­näh­ren.

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