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Die Presse am Sonntag - - Leben -

Her­kunft.

Nicht nur in Ru­mä­ni­en, auch in an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­dern stammt ein Groß­teil der chi­ne­si­schen Ein­wan­de­rer aus der Küs­ten­pro­vinz Zhe­jiang. Sie bil­den in­ner­halb der Mi­gran­ten­ge­mein­schaft ei­ne sehr ro­bus­te Grup­pe.

Zwei­te Ge­ne­ra­ti­on.

Vie­le chi­ne­si­sche El­tern in Ru­mä­ni­en schi­cken ih­re Kin­der für meh­re­re Jah­re zu­rück nach Chi­na, um dort chi­ne­si­sche Schu­len zu be­su­chen. Die meis­ten jun­gen Chi­ne­sen ha­ben kein In­ter­es­se dar­an, die Ge­schäf­te ih­rer El­tern im Dra­chen­markt fort­zu­füh­ren. der­ni­sier­te den Markt zwar, doch um­gibt den In­ha­ber, Ni­co­lae Du­mi­tru, ei­ne ma­fiö­se, kri­mi­nel­le Au­ra: Ihm wer­den Ver­bin­dun­gen zum Ge­heim­dienst un­ter der kom­mu­nis­ti­schen Dik­ta­tur Ni­co­lae Ce­au­ses­cus¸ nach­ge­sagt. Be­son­ders die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on ha­be Vor­be­hal­te ge­gen die aus dem kom­mu­nis­ti­schen Chi­na stam­men­den Händ­ler, so Iu­lia-Mo­ni­ca Oeh­ler-Sin­cai¸ von der Ru­mä­ni­schen Aka­de­mie in Bu­ka­rest.

»Ich dach­te mir: Das ist das Schick­sal ei­nes Men­schen. Was gibt es da zu be­reu­en?«

Schon lang ist die eins­ti­ge Gold­grä­ber­stim­mung ver­flo­gen: Wäh­rend Chi­na zu ei­ner Welt­macht auf­ge­stie­gen ist, sta­gniert das Ge­schäft der Aus­wan­de­rer. Statt bis zu 20.000 Chi­ne­sen le­ben nur mehr et­wa 8000 in Ru­mä­ni­en. Mehr­mals hat der Schuh­händ­ler Pan Xiao­jin da­her über­legt, zu emi­grie­ren. Doch so­lan­ge sei­ne Kin­der zur Schu­le gin­gen, sei das kei­ne Op­ti­on. Be­reut ha­be er sei­ne Ent­schei­dung, in Ru­mä­ni­en zu le­ben, aber nie. Den­noch wün­sche er sich für sei­ne Kin­der ein an­de­res Le­ben: Ins Aus­land soll­ten sie ge­hen, ei­nen gu­ten Job fin­den.

Ver­bands­prä­si­dent Guo je­doch ge­steht sei­ne Ent­täu­schung of­fen ein. Er ha­be sich oft ge­fragt, war­um er nicht so wie vie­le sei­ner Be­kann­ten, die mit ihm hier­her ge­kom­men wa­ren, nach We­st­eu­ro­pa, Ka­na­da oder in die USA ge­zo­gen sei. „Aber dann ha­be ich mir ge­dacht: Das ist das Schick­sal ei­nes Men­schen. Was gibt es da zu be­reu­en?“

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