Na­tio­nal­rat tagt drei Tage vor der Wahl

Par­la­ment. Der Zeit­plan für die Pre­mie­re in der Hof­burg bringt Ta­gun­gen am 20. Sep­tem­ber und am 12. Ok­to­ber. Ab­ge­stimmt wird wei­ter mit Auf­ste­hen bzw. Sit­zen­blei­ben.

Die Presse - - VORDERSEITE -

Wi­en. In der Prä­si­dia­le des Ho­hen Hau­ses mit den drei Prä­si­den­ten und den Klub­chefs wur­de am Frei­tag ein Kon­sens er­zielt. Am Don­ners­tag, 12. Ok­to­ber, fin­det die letz­te Na­tio­nal­rats­sit­zung vor der Wahl am 15. Ok­to­ber statt. Der Herbst­auf­takt und zu­gleich die Pre­mie­re im Er­satz­quar­tier des Ho­hen Hau­ses in der drei­jäh­ri­gen Sa­nie­rungs­pha­se in den Re­dou­ten­sä­len der Hof­burg in Wi­en er­fol­gen am kom­men­den Mitt­woch, 20. Sep­tem­ber.

Um auf die Ver­hält­nis­se in den neu­en Rä­um­lich­kei­ten vor­be­rei­tet zu sein, gab es be­reits Pro­ben im neu­en Sit­zungs­saal. Bei der Ge­ne­ral­pro­be kam man über­ein, dass die Ab­stim­mun­gen im Plenum wei­ter mit Auf­ste­hen bzw. Sit­zen­blei­ben der Man­da­ta­re durch­ge­führt wer­den. Auf der Ta­ges­ord­nung steht am 20. Sep­tem­ber un­ter an­de­rem die De­bat­te über den Be­richt zum par­la­men­ta­ri­schen Hy­po-Un­ter­su­chungs­aus­schuss. Am 13. Ok­to­ber wird ei­ne Pan­ne bei der Ver­laut­ba­rung des Frem­den­rechts re­pa­riert. Be­schlos­sen wird wei­ters die Pen­si­ons­er­hö­hung für 2018. Ziel, aber noch nicht fix ist die Be­hand­lung des Volks­be­geh­rens ge­gen die Frei­han­dels­ab­kom­men Ce­ta und TTIP.

Da­mit mehr Frau­en im Ho­hen Haus und in den ein­zel­nen Frak­tio­nen ver­tre­ten sind, sol­len bei der Klub­för­de­rung An­rei­ze da­für ge­schaf­fen wer­den. Na­tio­nal­rats­prä­si­den­tin Do­ris Bu­res (SPÖ) kün­dig­te am Frei­tag vor Mit­glie­dern der Ver­ei­ni­gung der Par­la­ments­jour­na­lis­ten ei­ne ent­spre­chen­de Initia­ti­ve an. Da­zu wird das Ge­schäfts­ord­nungs­ko­mi­tee für 21. Sep­tem­ber ein­be­ru­fen, auch die Frau­en­spre­che­rin­nen der Klubs wer­den ein­ge­la­den. Da­bei sol­len nach dem Wil­len von Bu­res in Sum­me 2,78 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr in der der­zei­ti­gen Klub­för­de­rung als Frau­en­bo­nus um­ge­schich­tet wer­den.

Im Zu­ge der Über­sie­de­lung des Na­tio­nal­rats und Bun­des­rats in die Hof­burg sind im bis­he­ri­gen Par­la­ments­ge­bäu­de am Ring in ei­nem Schrank im Kel­ler bei den Aus­räum­ar­bei­ten üb­ri­gens Darstel­lun­gen aus der NSZeit, dar­un­ter auch von Adolf Hit­ler, auf­ge­taucht. Es han­delt sich um Büs­ten, Ma­le­rei­en und ein Re­lief. Die lü­cken­lo­se Au­f­ar­bei­tung der NS-Ge­schich­te des Par­la­ments­ge­bäu­des durch Zeit­his­to­ri­ker der Uni Wi­en ist be­reits seit 2015 im Lau­fen. Die neu­en Fun­de sol­len da­bei be­rück­sich­tigt wer­den.

Ar­bei­ter/An­ge­stell­te: Rasch an­glei­chen?

In­des will die SPÖ noch vor der Na­tio­nal­rats­wahl Ar­bei­ter und An­ge­stell­te gleich­stel­len. So­zi­al­mi­nis­ter Alois Stö­ger (SPÖ) hat am Frei­tag Wirt­schafts­mi­nis­ter Ha­rald Mah­rer (ÖVP) ei­nen ent­spre­chen­den Ge­set­zes­ent­wurf über­mit­telt. An­lass ist das Wahl­pro­gramm von ÖVP-Spit­zen­kan­di­dat Se­bas­ti­an Kurz, der da­rin die Gleich­stel­lung for­dert. Die SPÖ drängt des­we­gen auf ei­nen Mi­nis­ter­rats­be­schluss schon bei der nächs­ten Re­gie­rungs­sit­zung am kom­men­den Mitt­woch. Oh­ne Be­gut­ach­tung des Ge­set­zes­tex­tes wä­re ei­ne Um­set­zung im Par­la­ment noch vor der Na­tio­nal­rats­wahl am 15. Ok­to­ber mög­lich.

Mah­rers Bü­ro woll­te sich nicht zu der Fra­ge äu­ßern, ob die ÖVP für ei­nen ra­schen Be­schluss zu ha­ben ist. (ett/APA)

[ Schwarzl ]

Kanz­ler Kern, FPÖ-Chef Stra­che und ÖVP-Ob­mann Kurz vor der Drei­er­de­bat­te am Frei­tag.

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