Je­des Jahr zu Schul­be­ginn wird be­reits ge­jam­mert

Die Presse - - DEBATTE -

„Je­der ach­te Leh­rer vor Burn-out“, 13. 9. Man hät­te dar­auf wet­ten kön­nen: Auf die Mel­dung näm­lich, dass sich die Leh­rer über­for­dert füh­len. Je­des Jahr zu Schul­be­ginn, nach acht Wo­chen Fe­ri­en al­so, wird be­reits ge­jam­mert. Zu viel Stress, zu­we­nig Frei­zeit, und was es da halt sonst noch al­les gibt. Es soll hier nicht die Tä­tig­keit der Leh­rer im All­ge­mei­nen an­ge­zwei­felt wer­den. Im Ge­gen­teil. Je­der, der im Klas­sen­zim­mer steht, trägt enor­me Ver­ant­wor­tung und ist auch Be­las­tun­gen aus­ge­setzt – so wie je­de an­de­re Be­rufs­grup­pe aber auch.

Nur eben mit dem Un­ter­schied, dass et­wa der In­ha­ber ei­ner klei­nen Fir­ma nicht nur dar­auf schau­en muss, dass er et­was ver­dient, son­dern sich auch noch mit über­bor­den­der Bü­ro­kra­tie her­um­schla­gen muss, sich kei­nen Ur­laub von zwei Mo­na­ten, plus Weih­nachts-, Se­mes­ter-, Os­ter­fe­ri­en gön­nen kann. Und wenn die Leh­rer mei­nen, sie sei­en grö­ße­ren Be­las­tun­gen als Ärz­te aus­ge­setzt, soll dar­an er­in­nert wer­den, dass nicht we­ni­ge Ärz­te ei­ne 60-St­un­den-Wo­che er­tra­gen müs­sen und tag­täg­lich der enor­men Be­las­tung aus­ge­setzt sind, das ih­nen an­ver­trau­te Le­ben je­des Ein­zel­nen zu ret­ten oder die Ge­sund­heit ih­rer Patienten zu er­hal­ten. Ein Blick über den ei­ge­nen (Leh­rer-)Tel­ler­rand wä­re al­so durch­aus an­ge­bracht. Her­bert Kaf­ka, 3033 Alt­leng­bach

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