Den Eu­ro vom Spalt­pilz zum As­set ma­chen

Die Presse - - DEBATTE -

„Das zy­ni­sche Spiel mit der Angst vor der Eu­ro-Er­wei­te­rung“, Leit­ar­ti­kel von Oli­ver Grimm, 15. 9. Oli­ver Grimm gibt sich über­zeugt, dass ei­ne Über­nah­me des Eu­ro durch die rest­li­chen EU-Staa­ten „im In­ter­es­se“der Zö­gern­den lie­ge und dar­an auch rein recht­lich kein Weg vor­bei­füh­re. Wenn man al­ler- dings die wirt­schaft­li­chen Zu­stän­de in den süd­li­chen Eu­ro­län­dern auf­merk­sam ver­folgt und sieht, wie man sich dort mit bil­li­gen Eu­ro­kre­di­ten über­nom­men, die Teue­rung vor­an­ge­trie­ben und oh­ne Ad­ap­tie­rungs­mög­lich­kei­ten der Währungen die Kon­kur­renz­fä­hig­keit ver­lo­ren hat, der kann das Zö­gern von Bei­tritts­kan­di­da­ten ver­ste­hen. Man will nicht wie Deutsch­land per­ma­nen­te Zah­lun­gen leis­ten und über­di­men­sio­na­le Haf­tun­gen für Süd­land­bür­ger über­neh­men, de­ren Le­bens­stan­dard oft deut­lich über je­nem der Ge­ber­län­der liegt.

Das Po­chen auf EU-Recht klingt auch et­was hohl. Es ist ja aben­teu­er­lich, wie oft ge­ra­de in Eu­ro-Fra­gen das EU-Recht ge­bro­chen wur­de und noch im­mer ge­bro­chen wird. Statt Zö­ge­rern die Ru­te ins Fens­ter zu stel­len, wä­re es an der Zeit, Be­din­gun­gen zu schaf­fen, den Eu­ro vom Sta­tus ei­nes Spalt­pil­zes der Uni­on zum be­geh­rens­wer­ten As­set al­ler EU-Mit­glie­der zu ma­chen. Dr. Hans Chris­ti­an Eg­ger, 2500 Ba­den

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