Gro­ße Hür­de für die Klei­nen

Wahl­zet­tel. Zehn Par­tei­en tre­ten bun­des­weit zur Na­tio­nal­rats­wahl an. Vier da­von ha­ben nur mi­ni­ma­le Chan­cen, ins Par­la­ment zu kom­men.

Die Presse - - NEWS - (j. n.)

Wien. Für so man­che Klein­par­tei war schon der Weg auf den Na­tio­nal­rat­wahl-Stimm­zet­tel kein ein­fa­cher. Der Ein­zug ins Par­la­ment ist an­ge­sichts der Vier-Pro­zent-Hür­de, die es zu über­sprin­gen gilt, noch schwie­ri­ger. Für vier der zehn bun­des­weit an­tre­ten­den Par­tei­en ist das mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit un­schaff­bar.

Die KPÖ Plus, das Wahl­bünd­nis aus Kom­mu­nis­ten und Jun­gen Grü­nen, ist un­ter den Mi­ni­par­tei­en noch ei­ne der stär­ke­ren. Dies­mal tritt Mir­ko Mess­ner ge­mein­sam mit Flo­ra Pe­trik und Ul­li Fuchs als Trio an. The­ma­tisch set­zen sie auf die Ar­beits­zeit­ver­kür­zung auf 30 St­un­den pro Wo­che so­wie leist­ba­res Woh­nen. Es soll Miet­ober­gren­zen, mehr öf­fent­li­chen Wohn­raum so­wie Spe­ku­la­ti­ons­ein­däm­mung ge­ben. Au­ßer­dem will die KPÖ Plus die Par­tei­en­för­de­rung hal­bie­ren und Groß­spen­den von Kon­zer­nen ein­däm­men. Für po­li­ti­sche Man­da­ta­re soll es nicht mehr als 2300 Eu­ro net­to ge­ben.

Apro­pos po­li­ti­sche Man­da­ta­re: Die, al­so kon­kret drei Na­tio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­te, ha­ben der Frei­en Lis­te Ös­ter­reich (FLÖ) den Platz auf dem Stimm­zet­tel ge­si­chert. Spit­zen­kan­di­da­tin der Lis­te des ehe­ma­li­gen Salz­bur­ger FPÖ- Ob­manns Karl Schnell ist die Ex–FPÖ-Po­li­ti­ke­rin Bar­ba­ra Ro­sen­kranz. Die FLÖ will die Gren­zen dicht­ma­chen, die di­rek­te De­mo­kra­tie aus­bau­en und die Eu­ro­päi­sche Uni­on ra­di­kal re­for­mie­ren oder dar­aus aus­stei­gen.

Bei Ro­land Dü­rin­gers Lis­te Gilt ist es schwie­ri­ger, die wich­tigs­ten Pro­gramm­punk­te auf­zu­lis­ten. Es gibt näm­lich kein Par­tei­pro­gramm. Gilt setzt auf Bür­ger­par­la­men­te, die au­ßer­halb des Par­la­ments Lö­sun­gen fin­den sol­len, an die müss­ten sich Gilt-Ab­ge­ord­ne­te dann auch hal­ten. Für Ne­ga­tiv­schlag­zei­len sorg­te der Spit­zen­kan­di­dat, des­sen Lis­ten­platz ver­lost wur­de, auf­grund von An­ti­se­mi­tis­mus-Vor­wür­fen. Die­ser zog sich zwar zu­rück. Von der Kan­di­da­ten­lis­te konn­te er aber nicht mehr ge­stri­chen wer­den.

Die Wei­ßen, die nach ei­ge­nen An­ga­ben „nix!“von der Lis­te Gilt un­ter­schei­det, ste­hen dank der Un­ter­schrif­ten von drei Te­am­S­tro­nach-Ab­ge­ord­ne­ten auf dem Stimm­zet­tel. Ih­re Spit­zen­kan­di­da­tin heißt Isa­bel­la Hey­dar­fa­dai. Auch die­se Klein­par­tei ver­fügt über kein Pro­gramm. Sie will die Bür­ger mit­ein­be­zie­hen und di­rek­te De­mo­kra­tie aus­bau­en. Bür­ger sol­len et­wa mit­tels ei­ner Han­dy-App ab­stim­men. Das sei mo­dern.

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