Brüssel–Wien – und re­tour?

Ul­ri­ke Lu­n­acek könn­te als je­ne Spit­zen­kan­di­da­tin ein­ge­hen, mit der die Grü­nen aus dem Par­la­ment flo­gen.

Die Presse - - NEWS - VON AN­NA THAL­HAM­MER

Ul­ri­ke Lu­n­acek ist in ge­wis­ser Wei­se die Mas­se­ver­wal­te­rin der Grü­nen. Nach in­ter­nen Que­re­len, die zu­erst den Ver­lust ei­ner Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on be­deu­te­ten und dann in dem Ver­lust der Par­tei­che­fin Eva Gla­wi­sch­nig gip­fel­ten, über­nahm Lu­n­acek den Scher­ben­hau­fen und stell­te sich als Spit­zen­kan­di­da­tin zur Ver­fü­gung. Und dann folg­te auch schon die nächs­te Ka­ta­stro­phe: Das Grü­nen-Ur­ge­stein Pe­ter Pilz wur­de am Par­tei­tag nicht auf den ge­wünsch­ten Platz ge­wählt. Er grün­de­te dar­auf­hin sei­ne ei­ge­ne Lis­te und nahm ei­ni­ge ehe­ma­li­ge Grü­ne – und in wei­te­rer Fol­ge wohl auch Wäh­ler mit. Lu­n­acek ist seit ih­rer Be­stel­lung per­ma­nent um Scha­dens­mi­ni­mie­rung be­müht.

Den Glanz der er­folg­rei­chen Spit­zen­kan­di­da­tin hat sie ver­lo­ren. 2014 fuhr sie bei den Eu­ro­pa­wah­len ein für grü­ne Ver­hält­nis­se fan­tas­ti­sches Er­geb­nis von 14,52 Pro­zent ein. Glaubt man den Um­fra­ge­wer­ten, könn­te sie nun mit et­was Pech als je­ne Spit­zen­kan­di­da­tin in die Ge­schich­te ein­ge­hen, mit der die Grü­nen nach 31 Jah­ren aus dem Par­la­ment flie­gen könn­ten. Egal, wie es für die Grü­nen aus­geht – da­nach wer­den vie­le in der Par­tei kei­nen Job mehr ha­ben. Die­se Sor­gen muss sich Lu­n­acek zu­min­dest nicht ma­chen. Sie hat noch im­mer die Op­ti­on, wie­der nach Brüssel zu­rück­zu­keh­ren.

[ Il­lus­tra­ti­on: „Die Pres­se“/ Pe­tra Wink­ler ]

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