New De­al mit Old La­bour

Vom Hoff­nungs­trä­ger zur Zit­ter­par­tie: Quer­ein­stei­ger Christian Kern hat die Par­tei­po­li­tik of­fen­bar un­ter­schätzt.

Die Presse - - NEWS - VON THO­MAS PRI­OR

Christian Kern ist am­bi­tio­niert ge­star­tet, mit ei­nem New-De­al-Ver­spre­chen und – et­was spä­ter – mit ei­nem in­halt­lich um­fang­rei­chen Plan A. Als Quer­ein­stei­ger nach der ein­schlä­fern­den Fay­mann-Ära hat er sei­ner Par­tei und den Wäh­lern Hoff­nung auf Ve­rän­de­rung ge­ge­ben. Kurz war er der Kurz der SPÖ, da­mals.

Das ist, man kann es kaum glau­ben, erst 15 Mo­na­te her. Die Fra­ge, wie es sein konn­te und was ei­gent­lich pas­siert ist, dass der smar­te Ex-Ge­ne­ral­di­rek­tor der Bun­des­bah­nen nun zit­tern muss, das Kanz­ler­amt an ei­nen 31-jäh­ri­gen Stu­di­en­ab­bre­cher zu ver­lie­ren, wird nie­man­den mehr be­schäf­ti­gen als Christian Kern.

Ein Wahl­kampf mit Pan­nen und viel Un­ver­mö­gen in der SPÖ-Zen­tra­le wird wohl nicht un­we­sent­lich da­zu bei­ge­tra­gen ha­ben, vi­el­leicht auch ei­ne nicht im­mer kon­sis­ten­te Li­nie. Soll­te Christian Kern die Na­tio­nal­rats­wahl tat­säch­lich ver­lie­ren, wird er sich im Ran­king der Kurz­zeit-Bun­des­kanz­ler (Zwei­te Re­pu­blik) an die Spit­ze set­zen, noch vor Al­f­red Gu­sen­bau­er, der fast zwei Jah­re im Amt war.

Aber wer weiß, vi­el­leicht kommt doch noch al­les an­ders – in­fol­ge ei­nes „Jetzt erst recht Kern“-So­li­da­ri­sie­rungs­ef­fekts nach der Sil­ber­stein-Af­fä­re. Auf die Um­fra­gen war in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit ja nicht im­mer Ver­lass.

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