Sei­ne letz­te Chan­ce – im Bund

Ko­ali­ti­on oder Op­po­si­ti­on? Ei­ne Re­gie­rungs­be­tei­li­gung ist für Stra­che erst­mals ei­ne re­el­le Mög­lich­keit.

Die Presse - - NEWS - VON IRIS BONAVIDA

Der Slo­gan von Se­bas­ti­an Kurz, al­so jetzt oder nie, trifft wohl eher auf ihn zu: Heinz-Christian Stra­che. Denn der FPÖChef hat schon vie­les er­lebt und al­les ver­sucht. Mit 35 über­nahm er die Par­tei, da­mals am Bo­den, und wur­de da­für buch­stäb­lich auf Hän­den ge­tra­gen. Mehr als ein Jahr­zehnt ist das mitt­ler­wei­le her, die Par­tei konn­te vor al­lem in den ver­gan­ge­nen Jah­ren (Um­fra­ge-)Er­fol­ge fei­ern: zwei Lan­des­re­gie­run­gen, ein über­ra­schen­der Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf. Für die Bun­des­re­gie­rung reich­te es nie, nun gibt es ei­ne re­el­le Chan­ce. Wahr­schein­lich aber auch die letz­te: Schafft es Stra­che nicht in ei­ne Ko­ali­ti­on, mit wem auch im­mer, wird es ent­we­der ihm oder sei­ner Par­tei lang­sam rei­chen. Wo­bei: Als Exitsze­na­rio könn­te Stra­che noch ein Sieg bei der Land­tags­wahl in Wien an­stre­ben. Den Be­rufs­wunsch Kanz­ler oder Bür­ger­meis­ter for­mu­lier­te Stra­che in der Ver­gan­gen­heit oh­ne­hin si­tua­ti­ons­elas­tisch.

In­halt­lich ha­ben sich Stra­ches Po­si­tio­nen kaum ver­än­dert, der Ton al­ler­dings schon. Das ist ei­ner­seits Tak­tik: Ein pol­tern­der Op­po­si­ti­ons­po­li­ti­ker schreckt zu vie­le Wäh­ler ab. An­de­rer­seits ist es nach zwölf Jah­ren an der Par­tei­spit­ze wohl auch ein Ent­wick­lungs­pro­zess. In wel­che Rich­tung es wei­ter­geht, hängt vom Wah­l­er­geb­nis und Ver­hand­lungs­ge­schick ab.

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