Von der Macht der Krän­kung

Peter Pilz woll­te noch nicht in Pen­si­on ge­hen und nutz­te die neu­en Mög­lich­kei­ten zur Selbst­dar­stel­lung.

Die Presse - - VORDERSEITE - VON THOMAS PRIOR

Über die Macht der Krän­kung ist schon viel ge­sagt und viel ge­schrie­ben wor­den. Peter Pilz hat dem heu­er un­ge­wollt ein neu­es Ka­pi­tel an­ge­fügt. Er war ge­kränkt, als ihn die Grü­nen bei den in­ter­nen Vor­wah­len durch­fal­len lie­ßen. Jetzt rächt er sich, in­dem er mit ei­ner ei­ge­nen Be­we­gung ge­gen die Grü­nen an­tritt. Die Lis­te Pilz ist ein po­li­ti­sches Ex­pe­ri­ment, das ei­ne lin­ke Wirt­schafts­po­li­tik mit Law and Or­der kom­bi­niert.

Sei­ne Auf­trit­te auf der Wahl­kampf­büh­ne hat der rou­ti­nier­te Selbst­dar­stel­ler Peter Pilz sicht­lich ge­nos­sen. Ge­mein­sam mit Mat­thi­as Strolz war er für den Spaß­fak­tor in den End­los-De­bat­ten­schlei­fen zu­stän­dig. Und er hat das Kunst­stück zu­we­ge ge­bracht, sich als An­ti-Esta­blish­ment-Po­li­ti­ker zu ver­kau­fen, ob­wohl nie­mand län­ger im Ge­schäft ist als er. Der dro­hen­de Pen­si­ons­an­tritt hat beim 63-Jäh­ri­gen of­fen­bar Ener­gi­en frei­ge­setzt.

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