Ein Herz für win­zi­ge Ele­fan­ten: Au­tor Er­win Mo­ser ist tot

Sei­ne Wer­ke wur­den in 20 Spra­chen über­setzt: Er­win Mo­ser starb mit 63.

Die Presse - - FEUILLETON -

Bal­du­in Nas­horn wä­re so gern Bag­ger­füh­rer, das klei­ne Ele­fan­ten­kind Win­zig geht auf wun­der­sa­me Aben­teu­er, und der Kä­fer Meh­li er­lebt Auf­re­gen­des ganz oh­ne Kaf­ka: Aus Un­zu­frie­den­heit mit dem An­ge­bot an Bil­der- und Ju­gend­bü­chern, die er zu be­leh­rend und zu nüch­tern fand, wur­de Er­win Mo­ser selbst Au­tor – und ein äu­ßerst fan­ta­sie­vol­ler und be­wusst alt­mo­di­scher Il­lus­tra­tor.

Ge­bo­ren wur­de Mo­ser 1954 in Wien, er war zu­nächst Schrift­set­zer. Sei­ne Bü­cher wa­ren sehr er­folg­reich, wohl ge­ra­de, weil er sti­lis­tisch aus der Rei­he tanz­te. Mo­ser schrieb für das in­di­vi­dua­lis­ti­sche, träu­me­ri­sche Kind, das früh be­merkt, dass mit die­ser Welt ei­ni­ges nicht in Ord­nung ist, aber sich nicht traut, rich­tig wü­tend zu wer­den. 1980 wur­de Mo­sers ers­tes Buch ver­öf­fent­licht: „Jen­seits der Sümp­fe“über Er­win, Erich und ei­nen Som­mer in ei­nem bur­gen­län­di­schen Dorf. Au­to­bio­gra­fisch? Klar. Mo­ser wuchs in Gols auf, 2014 wid­me­te ihm die Ge­mein­de ein Mu­se­um. Seit 2002 litt er an ei­ner un­heil­ba­ren Krank­heit. (bp)

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