Das Spiel um die Win­ter­spie­le

Olym­pia. Stimmt Ti­rol am Sonn­tag für die Be­wer­bung 2026, star­tet beim ÖOC ei­ne Kam­pa­gne, die sehr gu­te Chan­cen hät­te, vom IOC den Zu­schlag zu er­hal­ten. Die Stim­mung ist aber sehr ge­spal­ten.

Die Presse - - SPORT - VON MARKKU DATLER

Inns­bruck/Wien.

Zehn Jah­re nach dem kra­chen­den Schei­tern der Salz­bur­ger in der Be­wer­bung für 2014 wür­de das ÖOC wie­der in den Ring stei­gen, um ein Gro­ßevent zu ver­an­stal­ten. Prä­si­dent Karl Stoss glaubt an ein Ja-Vo­tum der Ti­ro­ler und die be­rech­tig­te Chan­ce, das Groß­er­eig­nis bei der IOC-Ab­stim­mung 2019 tat­säch­lich nach Inns­bruck ho­len zu kön­nen.

Idyll: Zu­rück zu den Wur­zeln

Geg­ner schei­nen Si­on, Stock­holm, Cal­ga­ry oder Sap­po­ro. Blei­ben nur zwei star­ke Be­we­gun­gen üb­rig, ist klar, dass nach den Som­mer- auch die Win­ter­spie­le im Dop­pel für 2026 und 2030 ver­ge­ben wer­den – „Die Pres­se“be­rich­te­te. „Die Chan­ce wä­re so ein­ma­lig und so groß wie schon lan­ge nicht mehr“, sagt Stoss. Schließ­lich hat Eu­ro­pa nach den Win­ter­spie­len 2010 in Van­cou­ver, 2014 in Sot­schi, 2018 in Süd­ko­rea und 2022 in Peking aus­ge­zeich­ne­te Kar­ten. Auch Aus­sa­gen von IOC-Chef Tho­mas Bach be­stär­ken Stoss. „Es ist an der Zeit, dass die Spie­le an ei­nen tra­di­tio­nel­len Win­ter­sport­ort zu­rück­keh­ren“, hat­te Bach ver­spro­chen.

Den­noch, trotz die­ser Vi­si­on blei­ben vie­le Hür­den, die nicht oh­ne Dis­kus­sio­nen aus­zu­räu­men sind. Das Durch­füh­rungs­bud­get be­läuft sich auf 1,157 Mil­li­ar­den Eu­ro, der Bund über­nimmt die an­fal­len­den Kos­ten für Si­cher­heit (500 Mio. Eu­ro). Un­klar ist die Ho­tel­si­tua­ti­on, of­fen sind wei­te­re Bau­ten bei Sport­hal­len – Eisschnelllauf fin­det in In­zell statt, Eis­ho­ckey auch in Bo­zen und Salz­burg. Auch ha­ben Kri­ti­ker Be­den­ken, mit ei­nem Kon­zern wie dem IOC Ge­schäf­te zu ma­chen. Groß­er­eig­nis­se mu­ten längst wie Fran­chise-De­als an, hoch­prei­sig, mit ei­ge­nen Steu­er­re­geln und Spon­sor­ver­trä­gen. Da­zu kom­men Kor­rup­ti­on, Schmier­geld­af­fä­ren wie zu­letzt in Rio de Janei­ro, die das IOC in ein schie­fes Licht rück­ten.

Stoss bleibt ge­las­sen, man ha­be al­les mehr­fach ab­ge­wo­gen, leh­ne Ris­ken de­zi­diert ab, die­ses Pro­jekt müs­se lu­pen­rein sein. Es müs­se „Sinn ma­chen. Wir sind ja nicht blind. Und, ich spü­re vom IOC auf­grund der bis­he­ri­gen Ge­sprä­che den Wunsch, vom Gi­gan­tis­mus, wie wir es in Sot­schi hat­ten, in Pyeong­chang und Peking, weg­zu­kom­men. Der Wunsch, die Spie­le über­schau­ba­rer, maß­vol­ler zu ge­stal­ten, ist ganz, ganz groß. Des­halb steu­ert das IOC 787,5 Mil­lio­nen Eu­ro an Un­ter­stüt­zung bei“.

Fra­ge der Wahl­be­tei­li­gung

Die Un­ter­stüt­zung von Bund, Land und Stadt lob­te Stoss. Die Stim­mung in Ti­rol sei den­noch durch­mischt. In Ge­mein­den spü­re er „star­ke Un­ter­stüt­zung“, schwie­ri­ger sei es je­doch, wenn er nach Inns­bruck schaue. Just im Aus­tra­gungs­ort hält sich die Be­geis­te­rung in Gren­zen – viel wird auch von der Wahl­be­tei­li­gung ab­hän­gen. Stoss: „Noch ein­mal: Für Ös­ter­reich und sei­nen Sport wä­re es ei­ne fan­tas­ti­sche An­ge­le­gen­heit.“

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