Be­triebs­prü­fun­gen könn­ten bald

Steu­er­prü­fun­gen. Un­ter­neh­men sol­len künf­tig die Mög­lich­keit ha­ben, sich Be­triebs­prü­fun­gen zu er­spa­ren. Da­für müs­sen sie der Fi­nanz lau­fend Ein­blick in ih­re Bü­cher ge­wäh­ren.

Die Presse - - ECONOMIST: WIRTSCHAFTSRECHT -

Wenn al­les nach Plan des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums läuft, könn­ten Be­triebs­prü­fun­gen für ei­ni­ge Un­ter­neh­men mit 1. Jän­ner 2019 der Ver­gan­gen­heit an­ge­hö­ren. Das soll mit­tels ei­ner Ge­set­zes­än­de­rung der Bun­des­ab­ga­ben­ord­nung mög­lich wer­den. Der­zeit wird noch an dem Ent­wurf ge­ar­bei­tet. Doch bis zum Som­mer soll die No­vel­le im Par­la­ment be­schlos­sen sein.

Wer nun glaubt, sein Be­trieb könn­te künf­tig den Au­gen der Fi­nanz ent­kom­men, irrt frei­lich. Die ge­plan­te Neue­rung soll kei­ne Steu­er­ge­schen­ke brin­gen, son­dern Un­ter­neh­men die Mög­lich­keit ge­ben, sich von Steu­er­prü­fern be­glei­tend, und nicht – so wie bis­her – erst im Nach­hin­ein kon­trol­lie­ren zu las­sen. Un­ter­neh­men, die sich für die­se Al­ter­na­ti­ve ent­schei­den, ha­ben die Mit­ar­bei­ter der Fi­nanz qua­si als Dau­er­gast im Haus. Da­für er­spa­ren sie sich her­kömm­li­che Be­triebs­prü­fun­gen, bei der die ver­gan­ge­nen Jah­re auf­ge­rollt wer­den.

Die­se Idee der be­glei­ten­den Steu­er­prü­fung („Ho­ri­zon­tal Mo­ni­to­ring“) kommt aus den Nie­der­lan­den. Schon vor zehn Jah­ren wur­de dort ei­ne neue Form der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Fi­nanz­ver­wal­tung und Un­ter­neh­men ent­wi­ckelt. Ba­sis der Ko­ope­ra­ti­on soll da­bei Ver­trau­en und Of­fen­heit bei­der Sei­ten sein.

Seit 2011 läuft nun auch in Ös­ter­reich auf Initia­ti­ve des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums das Pi­lot­pro­jekt „Ho­ri­zon­tal Mo­ni­to­ring.“Ins­ge­samt zwölf Un­ter­neh­men (u.a. RHI, Ver­bund, Shell Aus­tria, In­fi­ne­on Tech­no­lo­gies, Horn­bach, Ru­dolf Ölz Meis­ter­bä­cker) neh­men dar­an teil. Er­klär­tes Ziel des Pro­jekts ist, dass die Fi­nanz­ver­wal­tung mit kun­den­ori­en­tier­tem Ver­hal­ten und ak­ti­ver Kom­mu­ni­ka­ti­on noch mehr Wirt­schafts­trei­ben­de zur frei­wil­li­gen Ein­hal­tung gel­ten­der Steu­er­ge­set­ze, al­so zur Tax Com­p­li­an­ce, mo­ti­vie­ren kann.

Si­cher­heit ist größ­ter Vor­teil

Aber was soll­te Un­ter­neh­men be­we­gen, die Steu­er­prü­fer frei­wil­lig lau­fend in die Bü­cher schau­en zu las­sen? „Je­ne Be­trie­be, die sich für Ho­ri­zon­tal Mo­ni­to­ring ent­schei­den, kön­nen steu­er­li­che Fra­gen rasch ab­klä­ren und zeit­nah zum Jah­res­ab­schluss auch ih­re steu­er­li­chen Po­si­tio­nen weit­ge­hend ’ab­ha­ken’“, sagt KPMG-Steu­er­be­ra­ter Hans Zöch­ling. „Der größ­te Vor­teil be­steht für sie so­mit in der er­höh­ten Pla­nungs- und Rechts­si­cher­heit. Steu­er­ge­schen­ke darf man sich da­bei aber nicht er­war­ten.“

Eg­ger Holz­werk­stof­fe in Ti­rol ist ei­nes der Un­ter­neh­men, das bei dem Pi­lot­pro­jekt mit­ge­macht hat. Nach all den Jah­ren zieht Fi­nanz­chef Tho­mas Leis­sing ein äu­ßerst po­si­ti­ves Re­sü­mee: „Für uns ist es am wich­tigs­ten, Rechts­si­cher­heit zu ha­ben und nicht im Nach­hin­ein un­an­ge­neh­me Über­ra­schun­gen zu er­le­ben. Das konn­ten wir mit der be­glei­ten­den Prü­fung er­rei­chen.“Si­cher­heit ist der Punkt, den auch an­de­re Pro­jekt­teil­neh­mer wie Horn­bach oder In­fi­ne­on ge­gen- über der „Pres­se“als größ­ten Vor­teil der Dau­er­prü­fung nen­nen. Das über­rascht nicht. Ho­he Steu­er­nach­zah­lun­gen nach Be­triebs­prü­fun­gen stel­len für Un­ter­neh­men wirt­schaft­lich kaum ab­schätz­ba­re Ri­si­ko­fak­to­ren dar. „Da­bei hal­ten wir oh­ne­hin al­le Ge­set­ze pein­lichst

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