Fa­schis­mus­blind­heit lin­ker In­tel­lek­tu­el­ler

Die Presse - - DEBATTE -

„Wer ,Is­la­mo­pho­bie‘ sagt, will Re­li­gi­ons­kri­tik un­ter­bin­den“, Qu­er­ge­schrie­ben von Karl-Pe­ter Schwarz, 11. 10.

Mei­nen auf­rich­ti­gen Dank für die­sen Ar­ti­kel über Is­la­mo­pho­bie. Was mir be­son­ders ge­fällt, ist der Hin­weis auf die Hal­tung der lin­ken In­tel­lek­tu­el­len.

Als Ab­sol­vent des Lehr­gangs über Neo­sala­fis­mus und Dschi­ha­dis­mus an der Do­nau-Uni Krems muss­te ich bei ein­zel­nen Fach­prü­fun­gen die Aus­sa­gen des sun­ni­ti­schen Theo­re­ti­kers Say­y­id Qutb in sei­nem be­rühm­ten Buch „Zei­chen auf dem Weg“be­han­deln. Die­ses Buch – das lin­ken In­tel­lek­tu­el­len wahr­schein­lich in kei­ner Form be­kannt ist, ent­hält der­ma­ßen de­mo­kra­tie­feind­li­che Pas­sa­gen, dass es mich im­mer wie­der er­staunt, wo­her die Ver­tei­di­gungs­hal­tung be­züg­lich des Is­lams ei­gent­lich wirk­lich kommt.

Wenn man nur ein biss­chen in die Li­te­ra­tur und in den Koran ein­ge­le­sen ist, muss man die­se so­ge­nann­te Re­li­gi­on als fa­schis­to­ide Ero­be­rungs­ideo­lo­gie be­zeich­nen und ihr den Re­li­gi­ons­sta­tus ab­er­ken­nen. Das führt mich zum zwei­ten Phä­no­men, das am En­de des Bei­trags an­ge­deu­tet wird: Es ist die „Fa­schis­mus­blind­heit der Lin­ken“, über die ich gern ei­nen Es­say schrei­ben wür­de. Dr. Gerd Eich­ber­ger, 3424 Zei­sel­mau­er

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