Wie leb­te Si­si als bay­ri­sche Prin­zes­sin?

Geschichte - - SISIS GLÜCKLICHE KINDHEIT -

Bis zu ih­rem neun­ten Le­bens­jahr wur­de

Si­si von ei­ner Kin­der­frau be­treut. In Eli­sa­beths Fa­mi­lie war je ei­ne „Nur­se“, wie sie ge­nannt wur­de, für zwei Kin­der ver­ant­wort­lich. Als Si­si neun Jah­re alt wur­de, lös­te ei­ne Gou­ver­nan­te aus dem bay­ri­schen Lan­da­del das Kin­der­mäd­chen ab.

Der Ta­ges­ab­lauf der klei­nen Prin­zes­sin war streng ein­ge­teilt. Pünkt­lich um acht

Uhr muss­ten Si­si und ih­re Ge­schwis­ter zum ge­mein­sa­men Früh­stück er­schei­nen. Da­nach folg­te bis Nach­mit­tag der

Un­ter­richt, un­ter­bro­chen nur durch ein

Mit­tag­es­sen, das die Kin­der ge­mein­sam mit ih­rer Mut­ter, den Kin­der­mäd­chen,

Gou­ver­nan­ten und Er­zie­hern ein­nah­men.

Si­si und ih­re Ge­schwis­ter wur­den von Pri­vat­leh­rern zu Hau­se un­ter­rich­tet, drei bis fünf Leh­rer teil­ten sich die Auf­ga­ben, da­zu ka­men noch ein Re­li­gi­ons­leh­rer so­wie ein

Mu­sik- und ein Zei­chen­leh­rer.

An den Nach­mit­ta­gen wur­den täg­lich Spa­zier­gän­ge und Aus­fahr­ten in der Kut­sche un­ter­nom­men, im Win­ter durf­ten die Kin­der in Mün­chen auf der zu­ge­fro­re­nen Isar eis­lau­fen, wäh­rend­des Som­mer­auf­ent­halts in Pos­sen­ho­fen da­für mehr Zeit im Frei­en ver­brin­gen als in der Stadt. Bei Schlecht­wet­ter spiel­ten Si­si und ih­re die Ge­schwis­ter in ih­ren Zim­mern oder in ei­nem der Sa­lons, na­tür­lich im­mer un­ter­der­auf­sicht ih­rer­gou­ver­nan­ten. Zum spä­ten Nacht­mit­tags­tee traf sich wie­der die gan­ze Fa­mi­lie.

Die Aben­de ver­brach­ten Si­si und ih­re Ge­schwis­ter aus­schließ­lich mit ih­ren Gou­ver­nan­ten und Er­zie­hern, auch die Abend­es­sen wur­den oh­ne die El­tern ein­ge­nom­men. Denn die Aben­de­dien­ten am her­zog­li­chen Hof ge­sell­schaft­li­chen­ver­pflich­tun­gen, es gab gro­ße Abend­ge­sell­schaf­ten und Di­ners mit dem ge­sam­ten her­zog­li­chen Hof­staat.

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