Leib­koch bei Si­si – ei­ne un­be­lieb­te Po­si­ti­on bei Hof

Geschichte - - ZU TISCH M IT SISI -

Bei Hof gab es ne­ben der rie­si­gen Hof­kü­che auch so­ge­nann­te „Mund­kü­chen“oder „Se­pa­rat­kü­chen“, klei­ne Kü­chen in un­mit­tel­ba­rer Nä­he der per­sön­li­chen Ap­par­te­ments der kai­ser­li­chen Fa­mi­lie. Hier wur­den in­di­vi­du­el­le, klei­ne Me­nüs zu­be­rei­tet, wenn die ein­zel­nen Mit­glie­der der kai­ser­li­chen Fa­mi­lie pri­vat speis­ten. Auch Si­si ver­füg­te über solch ei­ne ei­ge­ne Kü­che, in der ih­re je­wei­li­gen Leib­kö­che Si­sis Lieb­lings­spei­sen zu­be­rei­te­ten. Kai­se­rin Eli­sa­beth er­war­te­te höchs­te Qua­li­tät von ih­ren per­sön­li­chen Kö­chen. Mun­de­te Si­si ein Ge­richt nicht, wur­de der kai­ser­li­che Un­mut dem be­tref­fen­den Koch so­fort mit­ge­teilt; kam dies öf­ter vor, ließ die Kai­se­rin den Hof­koch un­ver­züg­lich aus­tau­schen. Der Di­enst in Si­sis Pri­vat-kü­che war hart und un­be­liebt. Man­che Hof­kö­che wei­ger­ten sich nach­weis­lich, in die per­sön­li­che Leib­kü­che der Kai­se­rin zu wech­seln. Ein Koch zog es so­gar vor, frei­wil­lig den si­che­ren und lu­kra­ti­ven Hof­dienst zu ver­las­sen, an­statt aus­schließ­lich für Si­si zu ko­chen.

Si­sis per­sön­li­cher Leib­koch (ganz rechts) in der klei­nen Pri­vat­kü­che

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