DIE SCHWIE­RI­GE EHE MIT STE­PHA­NIE

Geschichte - - DER UNANGEPASSTE KRONPRINZ -

Ru­dolf wuss­te, dass für den Sohn des ös­ter­rei­chi­schen Kai­sers nur ei­ne stan­des­ge­mä­ße Ehe in Fra­ge kam. Sei­ne Braut muss­te ka­tho­lisch und von kö­nig­li­chem Ge­blüt sein. Die Wahl fiel auf die Toch­ter des bel­gi­schen Kö­nigs: Ste­pha­nie – in ih­rer Per­sön­lich­keit und ih­ren­an­sich­ten das kom­plet­te­ge­gen­teil von Ru­dolf.

Der Be­ginn der Ehe schien viel­ver­spre­chend. Ru­dolf be­müh­te sich um ein gu­tes Ver­hält­nis und war über­glück­lich, als 1883 sein Töch­ter­chen Eli­sa­beth zur Welt kam. Dass Eli­sa­beth kei­ne wei­te­ren Kin­der folg­ten, vor al­lem nicht der er­sehn­te Sohn, be­las­te­te die Ehe. Ste­pha­nie soll­te Ru­dolf spä­ter vor­wer­fen, sie mit ei­ner ve­ne­ri­schen Krank­heit an­ge­steckt zu ha­ben, so­dass sie kei­ne wei­te­ren Kin­der be­kom­men konn­te. Ru­dolfs per­ma­nen­te Un­treue führ­te zu Strei­tig­kei­ten, die der kai­ser­li­chen Fa­mi­lie nicht ent­gin­gen. In den Mo­na­ten vor Mayerling wa­ren die ehe­li­chen Span­nun­gen des Kron­prin­zen­paa­res auch für den Hof­staat un­über­seh­bar. Als das Ehe­paar im Herbst 1888 von sei­nem Herbst­auf­ent­halt nach Schloss La­xen­burg über­sie­del­te, zog Kron­prinz Ru­dolf in sein Jung­ge­sel­len-schlaf­zim­mer. Das Ehe­paar wahr­te die äu­ße­re Form, in­ner­lich gin­gen die bei­den längst ei­ge­ne We­ge.

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