Ma­rys Ab­schieds­brie­fe an die äl­te­re Schwes­ter

Geschichte - - DIE ABSCHIEDSBRIEFE -

Mei­ne lie­be Han­na

We­ni­ge St­un­den vor mei­nen Tod will ich dir adieu sa­gen. Wir ge­hen bei­de se­lig in das un­ge­wis­se Jen­seits. Denk hie und da an mich Sei glück­lich, und hei­ra­the nur aus Lie­be. Ich konn­te es nicht thun und da ich der Lie­be nicht wie­der­ste­hen konn­te so ge­he ich mit Ihm

Dei­ne Ma­ry

P.S. Ver­giss nicht den Starl den Ring zu­sen­den, ich las­se ihn grüs­sen und den­ke sein in treu­er Freund­schaft. Der Brat­fisch hat uns ges­tern ide­al vor­ge­jo­delt, ich ha­be ihm mei­ne Uhr und Mond­stein Ring ge­schenkt. Die Fa­mi­lie Hul­ka ist ganz un­schul­dig, ich ha­be al­les aus frei­em Wil­len und oh­ne Hil­fe gethan. – Sag dem Eder dass ich nicht sin­gen kann nächs­ten Sams­tag. Mei­nen Schmuck vert­hei­le un­ge­fähr so wie du es am bes­ten fin­dest. Wei­ne nicht um mich ich ge­he fi­del hin­über –Den mon­sieur D. lass ich grüs­sen und las­se mich bei den Spa­ten­bräu Ren­dez­vous ent­schul­di­gen. Es ist wun­der­schön hier draus­sen man denkt an Schwar­zau. Der Phil­ipp Co­burg jagt heu­te hier lei­der ist die schö­ne Loui­se nicht mit. Denk an die Le­bens­li­nie in mei­ner Hand! Jetzt noch­mals leb wohl! Rich­tig lass die To­biss­lin grüs­sen. Ver­giss nicht al­le Jah­re am 13 Jän­ner und am Jah­res­tag ei­ne Gar­de­nia auf mein Gr­ab zu sen­den und zu oder zu brin­gen Als letz­ten Wunsch ei­ner Ster­ben­den bit­te ich die Ma­ma für die Fa­mi­lie Hul­ka auch fer­ner­hin zu sor­gen, da­mit sie nicht durch mei­ne Schuld lei­den.

Ma­ry Vet­s­e­ra

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