WAR SOLCH EIN RE­VOL­VER DIE TAT­WAF­FE? Wo be­fin­det sie sich heu­te?

Geschichte - - WAS GESCHAH WIRKLICH? -

Be­reits kurz nach der Tra­gö­die von Mayerling wur­de im­mer wie­der von ei­nem Ar­mee­re­vol­ver als wahr­schein­li­chen­tat­waf­fe be­rich­tet. Wel­ches Mo­dell wm­re 1889 in Fra­ge ge­kom­men?

Ho­f­rat Mag. Dr. M. Chris­ti­an Ort­ner, Mi­li­tär his­to­ri­ker, Di­rek­tor des Hee­res­ge­schicht­li­chen Mu­se­ums­wi­en: „Die­ös­ter­rei­chisch-un­ga­ri­sche­ar­mee­ver­wen­de­te zum­to­des­zeit­punkt­zwei­grund­sätz­li­che­re­vol­ver­mo­del­le. Für Mann­schaf­ten war vor al­lem der Re­vol­ver M.1870 bzw. M.1870/74vor­ge­se­hen, der mit ei­nem Ge­samt­ge­wicht von rund 1,3 kg und ei­ner Län­ge­von rund 32cm groß und schwer aus­ge­führt war. Auch sei­ne Wir­kung war auf­grund ei­nes Ka­li­bers von 11 mm – es wur­de ein Blei­pro­jek­til ver­schos­sen – ganz er­heb­lich und hin­ter­ließ be­deu­ten­de­ver­let­zun­gen. Der­in­fan­te­rie-of­fi­ziers­re­vol­ver Sys­tem Gas­ser-kro­pat­schek (SIE­HE FO­TO) war da­ge­gen klei­ner und hand­li­cher aus­ge­führt. Das Ge­wicht lag bei rund 0,8 kg, die Län­ge um­faß­te 23 cm. Mit ei­nem ver­klei­ner­ten Ka­li­ber von ,nur‘ 9 mm wur­den zwar gleich­falls Blei­pro­jek­ti­le ver­schos­sen, doch lag die Wir­kung hin­ter je­ner des 11-mm-re­vol­vers.auf­grund­der­be­kann­ten­pho­tos des auf­ge­bahr­ten­thron­fol­gers ist da­von aus­zu­ge­hen, dass sich Kron­prinz Ru­dolf mit ho­her Wahr­schein­lich­keit­mit­dem9-mm-of­fi­ziers­re­vol­ver­er­schos­sen­hat. Der11-mm-re­vol­ver­wä­r­e­wohlauch auf­grund­s­ei­ner­di­men­sio­nen­zu­un­hand­lich­ge­we­sen. Wich­ti­gis­t­je­doch, dass­man­bei­b­ei­den­waf­fen auf­grund ih­rer Ge­schoß-wir­kung von ei­nem ,tod­si­che­ren‘ Er­geb­nis aus­ge­hen konn­te.“

Wo sich die Tat­waf­fe heu­te be­fin­det, ist nicht be­kannt, wo sie ver­wahrt sein könn­te, dar­über wird bis heu­te hef­tig spe­ku­liert. Als mög­li­cher­ver­wah­rer wur­den im­mer wie­der der je­wei­li­ge Chef des Hau­ses­habs­burg, die­kin­der­des­kai­ser­s­und­de­ren Nach­kom­men oder per­sön­li­che Ver­trau­te Franz Jo­sephs ge­nannt.

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