Asyl­po­li­tik wird Zer­reiß­pro­be: Ära Mer­kel geht dem En­de zu

Heute - Oberösterreich Ausgabe - - WeltHeute - Von Jörg Mich­ner

Der Macht­kampf in der deut­schen CDU/CSU wird im­mer bru­ta­ler. Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel steht mit ih­rer Asyl­po­li­tik zu­neh­mend al­lein in ih­rer Par­tei da, bleibt aber vor­erst (?) noch im Amt.

In­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer und Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der (bei­de CSU) for­dern, dass Flücht­lin­ge oh­ne Pa­pie­re und sol­che, die be­reits in ei­nem an­de­ren EU-Land re­gis­triert sind, ab so­fort an der deut­schen Gren­ze zu Ös­ter­reich ab­ge­wie­sen wer­den. Kanz­le­rin Mer­kel (CDU) ist da­ge­gen, will lie­ber ei­ne EU-Lö­sung, er­sucht um zwei Wo­chen Zeit für neue Rück­füh­rungs­ab­kom­men.

Doch die CSU for­der­te ges­tern ei­ne Ent­schei­dung bis Sonn­tag: Es sei den Men­schen nicht zu er­klä­ren, war­um in zwei Wo­chen beim EU-Gip­fel funk­tio­nie­ren sol­le, was in drei Jah­ren nicht ge­schafft wur­de. Als In­nen­mi­nis­ter kön­ne See­ho­fer auch ge­gen Mer­kels Wil­len der Po­li­zei Zu­rück­wei­sun­gen be­feh­len – ein Bruch in­ner­halb der Re­gie­rung.

Es folg­ten erst­mals ge­trenn­te Frak­ti­ons­ta­gun­gen der Schwes­ter­par­tei­en. Die „Bild“frag­te al­le 246 Uni­ons­ab­ge­ord­ne­ten, ob sie für oder ge­gen den CSU-Plan sei­en. Nur drei (!) stell­ten sich hin­ter Mer­kel. Spä­ter er­hielt sie doch of­fi­zi­ell Rü­cken­de­ckung vom CDU-Prä­si­di­um – au­ßer von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn: Er will die Ab­ge­ord­ne­ten über die CSU-Idee ab­stim­men las­sen. Er bringt sich als Mer­kels Nach­fol­ger in Po­si­ti­on

An­ge­la Mer­kel geht – bald für im­mer?

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