Schlecht be­wer­tet: Arzt klagt Wie­ne­rin

Heute - Wien Ausgabe - - Vorderseite - von Cle­mens Oistric, Cle­mens Pilz

E in Frau­en­arzt-Be­such könn­te sich zum „Krieg der Ster­ne“aus­wach­sen: Me­lis­sa F. und an­de­re Frau­en be­wer­te­ten ih­ren Gy­nä­ko­lo­gen im Web kri­tisch und mit nur ei­nem Stern. Nun ha­ben sie Rechts­zo­res. Der Schwan­ger­schafts­test war po­si­tiv, die ärzt­li­che Be­treu­ung of­fen­bar nicht: Me­lis­sa F.* wähl­te nach der freu­di­gen Nach­richt die Or­di­na­ti­on ei­nes Kas­sen­arz­tes in Wi­en-Sim­me­ring für die Mut­terKind-Pass-Un­ter­su­chun­gen. Die 28-Jäh­ri­ge war mit der Be­hand­lung aus meh­re­ren Grün­den (et­wa Pri­vat-Ver­rech­nung von Zu­satz­leis­tun­gen, An­we­sen­heits­ver­bot im Be­hand­lungs­zim­mer für ih­ren Mann) nicht zu­frie­den und mach­te ih­rem Är­ger im In­ter­net Luft: „Ich ver­fass­te auf der Seite von Goog­le ei­ne mei­ner Mei­nung nach sach­li­che und 100 Pro­zent wah­re Kri­tik und be­ur­teil­te ihn mit ei­nem von fünf mög­li­chen Ster­nen.“We­ni­ge Wo­chen spä­ter flat­ter­te der Wie­ne­rin – wie auch wei­te­ren Frau­en, die sich an „Heu­te“wand­ten – ein An­walts­brief ins Haus. „Das Pos­ting ist kre­dit­schä­di­gend und ent­hält un­wah­re Be­haup­tun­gen“, so der In­halt. Me­lis­sa F. sol­le das Ge­schrie­be­ne und die schlech­te Ster­ne-Be­wer­tung lö­schen, sonst wür­de der An­walt Kla­ge ein­brin­gen. „Ich ha­be das Pos­ting nicht ge­löscht, da ich mir den Mund nicht ver­bie­ten las­se. Es ent­sprach der Wahr­heit.“Mitt­ler­wei­le er­hielt sie ei­ne Mahn­kla­ge – be­reits in Hö­he von 539 Eu­ro. Der An­walt des Arz­tes: „Es gibt Gren­zen der frei­en Mei­nungs­äu­ße­rung. Bei un­wah­ren Pos­tings steht die Re­pu­ta­ti­on auf dem Spiel. Wir kla­gen nur, wenn Pa­ti­en­tin­nen die­se Be­wer­tun­gen auch nach Auf­for­de­rung nicht ent­fer­nen.“

Na­me ge­än­dert

„Heu­te“- Le­se­rin Me­lis­sa F.* soll nach ei­nem An­walts­schrei­ben 539 € be­zah­len. *)

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