Am An­fang war Ma­gie

Hexen & Vampire - - INHALT -

Jahr­tau­sen­de­lang be­stimm­ten Ma­gie und Scha­dens­zau­ber den All­tag der Men­schen.

Die Na­tur ist furcht­er­re­gend, in den Wäl­dern hau­sen Ko­bol­de und Dä­mo­nen. Hin­ter Krank­hei­ten und Un­glücks­fäl­len steckt Zau­be­rei. Trotz der er­folg­rei­chen Aus­brei­tung des Chris­ten­tums be­stim­men Aber­glau­be und Ma­gie wäh­rend des Mit­tel­al­ters wei­ter­hin den All­tag der Men­schen.

Die Na­tur furcht­er­re­gend. Die Wäl­der sind fins­ter und be­droh­lich, vol­ler ge­fähr­li­cher Sümp­fe und dunk­lem Di­ckicht. Hier le­ben Ko­bol­de und Geis­ter, ge­heim­nis­vol­le Irr­lich­ter fla­ckern auf. Res­te heid­ni­scher Kult­stät­ten bil­den ver­bo­te­ne Zo­nen. Mys­te­riö­se He­xen- oder Fe­en­rin­ge – selt­sa­me ring­för­mi­ge An­samm­lun­gen von Pil­zen – ge­ben Rät­sel auf. Auch vor den Ge­schöp­fen des Wal­des muss sich der Mensch hü­ten. In der Nacht hallt aus den Wäl­dern Wolfs­ge­heul, und Dä­mo­nen flie­gen durch die Dun­kel­heit.

Die Le­bens­welt des Mit­tel­al­ters ist un­heim­lich, ge­fähr­lich, hart – und un­mit­tel­bar von der Na­tur be­stimmt. Got­tes Schöp­fung ist zwar hei­lig, aber auch furcht­er­re­gend. Je­de Wet­ter­ka­prio­le ist exis­tenz­be­dro­hend, denn vom Wet­ter hängt ab, ob man mit sei­ner Fa­mi­lie über­lebt. Frost oder Ha­gel kann die Ern­te ver­nich­ten, Dür­re und zu star­ke Re­gen­fäl­le eben­so. Im­mer wie­der füh­ren Miss­ern­ten zu Hun­gers­nö­ten und Un­ter­ernäh­rung. Und den re­gel­mä­ßig auf­tre­ten­den Seu­chen fal­len dann noch mehr Men­schen zum Op­fer. Durch die Fol­gen man­geln­der Hy­gie­ne und feh­len­der me­di­zi­ni­scher Ver­sor­gung wird re­gel­mä­ßig ein gro­ßer Teil der Ge­mein­schaft da­hin­ge­rafft. Die Kin­der­sterb­lich­keit be­trägt über fünf­zig Pro­zent, je­de klei­ne Ver­let­zung kann in Zei­ten, da die Me­di­zin noch kei­ne An­ti­bio­ti­ka kennt, zu Sep­sis und Tod füh­ren. Wer Kind­heit und Ju­gend ist ei­ni­ger­ma­ßen ge­sund über­stan­den hat, der kann dar­auf hof­fen, die durch­schnitt­li­che Le­bens­dau­er von drei­ßig Jah­ren zu er­rei­chen. Be­son­ders Glück­li­che, die Aus­rei­ßer der Sta­tis­tik, wer­den so­gar grei­sen­haf­te vier­und­vier­zig bis sie­ben­und­vier­zig Jah­re alt.

In die­ser Welt vol­ler Angst und Tod muss der Mensch täg­lich von Neu­em die Un­be­re­chen­bar­kei­ten des Le­bens und die all­ge­gen­wär­ti­gen Be­dro­hun­gen be­wäl­ti­gen. So ist er zur Ab­wehr von Scha­den und Not stän­dig auf der Su­che nach Schutz und kun­di­ger Hil­fe. Die rich­ti­gen Ri­tua­le, glaubt er, kön­nen Leib, See­le und Ei­gen­tum be­hü­ten und Un­heil ab­wen­den.

Se­gens­sprü­che, Be­schwö­run­gen und Flü­che ge­hö­ren zum All­tag. Trotz der er­folg­rei­chen Chris­tia­ni­sie­rung Eu­ro­pas ha­ben die Vor­stel­lun­gen der ger­ma­ni­schen Na­tur­re­li­gio­nen in brei­ten Tei­len der Be­völ­ke­rung über­lebt. Was soll­te schlecht dar­an sein, den al­ten Na­tur­mäch­ten Re­spekt zu er­wei­sen? Dop­pel­ter Schutz, denkt man, kann nicht scha­den, in ei­ner Um­welt vol­ler Ge­fah­ren und Krank­hei­ten. Die christ­li­che Volks­fröm-

mig­keit er­lebt zwar im Mit­tel­al­ter ei­ne Hoch­blü­te, aber der Glau­be an die Kraft ma­gi­scher Ri­tua­le ist im­mer noch all­ge­gen­wär­tig. Die Gren­ze­zwi­schen­aber­glau­ben­und ka­tho­li­scher Volks­fröm­mig­keit ist ver­schwom­men. So hilft ge­gen Wet­ter­zau­ber nicht nur Schrei­en, Ras­seln und Horn­bla­sen so­wie das Schie­ßen von St­ei­nen und Pfei­len ge­gen die Wol­ken, son­dern auch das kirch­li­che Wet­ter­läu­ten und der Brauch, ge­weih­te Hos­ti­en zum Him­mel zu schie­ßen.

Auch in den mit­tel­al­ter­li­chen Buß­bü­chern fin­den sich un­zäh­li­ge Bei­spie­le für ma­gi­sche Ri­tua­le. Soll zum Bei­spiel Re­gen her­bei­ge­zau­bert wer­den, müs­sen meh­re­re Mäd­chen aus dem Dorf ei­ne nack­te Jung­frau zu ei­ner Stel­le füh­ren, wo Bil­sen­kraut wächst. Dort muss die un­be­klei­de­te Jung­fer das Kraut aus­rei­ßen und es sich an die klei­ne Ze­he des rech­ten Fu­ßes bin­den. Da­nach wird sie zu ei­nem Bach ge­bracht, wo die Mäd­chen sie mit­hil­fe von Zwei­gen an­sprit­zen und da­bei ma­gi­sche Lie­der sin­gen. An­schlie­ßend muss die Jung­frau im Krebs­gang zu­rück ins Dorf kr­ab­beln.

Die Über­mitt­ler sol­cher mal mehr, mal we­ni­ger frag­wür­di­gen Ri­tua­le und Be­schwö­run­gen sind Men­schen, de­nen die Gesellschaft be­son­de­re Fä­hig­kei­ten zu­schreibt. Seit je­her ist der Glau­be weit ver­brei­tet, dass man­che die Fä­hig­keit ha­ben, über­sinn­li­che We­sen und Geis­ter aus der Zwi­schen­welt an­zu­ru­fen. Die­se Per­so­nen sol­len über das ge­hei­me Wis­sen ver­fü­gen, wie Scha­den und scha­den­brin­gen­de Mäch­te ab­zu­weh­ren sind, und sie ma­chen ih­re über­na­tür­li­chen Kräf­te für die Ge­mein­schaft dienst­bar. Je nach Re­gi­on

und Epo­che nennt man sie Scha­ma­nen, Hei­ler, Wahr­sa­ger oder Zau­be­rer. Sie wis­sen, wie man die Wet­ter­he­xe ver­treibt, die für Ha­gel und Frost ver­ant­wort­lich ist. Aber man kann sie auch um Lie­bes­zau­ber bit­ten. Mit mehr oder min­der auf­wen­di­gen Ri­tua­len ver­mö­gen sie, die Lie­be oder Lust des oder der An­ge­be­te­ten zu ent­zün­den oder nach­las­sen­de Man­nes­kraft neu zu ent­fa­chen. Sie fü­gen Spei­sen und Ge­trän­ken In­gre­di­en­zi­en bei, die die Lie­be auf­lo­dern las­sen. Sie wis­sen, was zu tun ist, da­mit ei­nem die Lie­be hold wird: Will ei­ne Frau ei­nen Mann er­obern, so ra­ten sie ihr et­wa, sich nackt auf den Kü­chen­tisch zu le­gen und auf ih­rem Ge­säß Brot zu­be­rei­ten zu las­sen. Isst der Ge­lieb­te von die­sem Brot, wird er sich vor lei­den­schaft­li­cher Lie­be nach ihr ver­zeh­ren.

Doch der Vor­teil, den der Ein­zel­ne aus ma­gi­schen Hand­lun­gen zieht, kann sei­nem Nächs­ten zum Nach­teil ge­rei­chen, und je­ne Kräf­te, die man für sich selbst nutzt, ber­gen ein Be­dro­hungs­po­ten­ti­al für an­de­re. Vom Lie­bes- zum Scha­dens­zau­ber ist es nur ein kur­zer Weg. Und Neid, wirt­schaft­li­che Not oder auch die Un­fä­hig­keit, mit den Un­ge­rech­tig­kei­ten des Le­bens um­zu­ge­hen, las­sen vie­le zum Scha­dens­zau­ber grei­fen. Das Male­fi­ci­um, die schwar­ze Ma­gie, soll dem Nächs­ten kör­per­li­ches Un­ge­mach, Krank­heit oder manch­mal so­gar den Tod brin­gen. Es gibt Kun­di­ge, die wis­sen, wie man ei­ne Wachs­pup­pe mit Na­deln durch­sticht, um je­mand Be­stimm­tem zu scha­den. Wel­cher Zau­ber­spruch ei­ne Krank­heit über­trägt oder wie man durchs Ver­bren­nen ver­zau­ber­ter Sub­stan­zen ei­ne Ern­te schä­digt. Wie man durch ein ver­hex­tes Schwert, das man in ei­nem Raum ab­legt, Feu­er aus­bre­chen lässt, oder wie man ei­nen Bräu­ti­gam un-

frucht­bar macht, in­dem man ein ver­kno­te­tes Stück Le­der in sei­ner Nä­he ver­steckt.

Ei­ne wich­ti­ge Rol­le spielt die Ma­gie auch bei der Be­hand­lung von Krank­hei­ten. Denn in der Wahr­neh­mung des mit­tel­al­ter­li­chen Men­schen sind es nicht die sump­fi­gen Ge­gen­den, die feh­len­de Ka­na­li­sa­ti­on und die man­geln­de Hy­gie­ne, die zu Fie­ber und In­fek­tio­nen füh­ren – man weiß ja von die­sen Zu­sam­men­hän­gen noch nichts. Es sind bö­se Geis­ter und Dä­mo­nen, die vom Kör­per Be­sitz er­grei­fen. Fie­ber, Schüt­tel­frost und De­li­ri­um sind furcht­er­re­gend und be­deu­ten, dass die ar­me See­le von ei­nem Dä­mon ge­rit­ten wird. Oft sind es heil- und kräu­ter­kun­di­ge Män­ner und Frau­en, die wis­sen, wie der mensch­li­che Kör­per funk­tio­niert und wie schlim­me Zu­stän­de ge­lin­dert wer­den kön­nen. Sie wis­sen, in wel­chem Fall wel­ches Kraut hilft, wel­che Pflan­ze man nur bei Voll­mond oder im Mor­gen­grau­en pflü­cken darf, um ih­re gan­ze Heil­kraft zu nut­zen. Sie wis­sen, wel­che Ge­wäch­se ge­gen Gelb­sucht und Rot­lauf hel­fen, und vor al­lem wis­sen sie, wie man die Kin­der, di­e­doch­in­so­gro­ßer­zahls­ter­ben, si­cher ge­gen „Frai­sen“schützt. Zu den Frai­sen zählt man al­le Ar­ten von Krampf­an­fäl­len. Sie sind wäh­rend des Mit­tel­al­ters die häu­figs­te To­des­ur­sa­che bei Säug­lin­gen und Klein­kin­dern und wer­den durch ei­nen schwe­ren Kalk­man­gel bei den Ba­bys her­vor­ge­ru­fen, als Fol­ge der un­un­ter­bro­che­nen Schwan­ger­schaf­ten der Mut­ter. Auch ge­gen die­se dä­mo­ni­schen Atta­cken wis­sen die Kun­di-

gen Rat: Um die Kin­der vor den ge­fürch­te­ten Frai­sen zu schüt­zen, le­ge man ih­nen den moosar­ti­gen Aus­wuchs der Ro­sen­gall­wes­pe, den man an Zwei­gen der Hunds­ro­se fin­det, un­ters Kopf­kis­sen. Ver­brei­tet ist auch der Brauch, den Kin­dern „Frai­sen­ket­ten“aus den Wir­beln von Schlan­gen und Maul­wurfs­zäh­nen ins Bett­chen zu le­gen. Be­glei­tet­wer­den­die­se­ri­tua­le von Se­gens­sprü­chen, die oft wie­der­holt wer­den sol­len.

Dass Be­schwö­run­gen und Se­gens­for­meln hei­len kön­nen, da­von ist der Mensch des Mit­tel­al­ters über­zeugt. Ob wirk­lich je­des Kräut­lein wirkt und je­de The­ra­pie Sinn hat, ist egal. Haupt­sa­che, der Pa­ti­ent glaubt dar­an – heu­te wür­de man wohl von „Pla­ce­bo-ef­fekt“spre­chen. Die Hei­ler und Hei­le­rin­nen des Mit­tel­al­ters leis­ten Bei­stand und er­tei­len Rat­schlä­ge, sie set­zen sich mit den Lei­den aus­ein­an­der, sie hö­ren zu, sie las­sen ih­re Pa­ti­en­ten auch Be­schwö­rungs­for­meln spre­chen und be­zie­hen sie so ak­tiv in den Ge­ne­sungs­pro­zess ein. Da­mit er­fül­len je­ne, de­nen man zu­traut, dass sie hei­len kön­nen, ei­ne wich­ti­ge Funk­ti­on in der Ge­mein­schaft. Vor al­lem im länd­li­chen Raum, denn Krankenpflege und Me­di­zin fin­den sich nur in Klös­tern und erst spät in den mit­tel­al­ter­li­chen Städ­ten.

Aber auch hier gab es ei­ne Kehr­sei­te: Wer weiß, wie man heilt, weiß auch um das Ge­gen­teil. So wer­den un­ter der Hand Mit­tel­chen ver­trie­ben, die wei­te­ren Kin­der­se­gen ver­hin­dern, oder gar ei­ne un­ge­woll­te Schwan­ger­schaft be­en­den kön­nen. Man­ches da­von mag auch nach­ge­hol­fen ha­ben, den un­ge­lieb­ten Mann, die un­ge­lieb­te Frau aus dem Weg zu räu­men oder den Er­bon­kel, den Alt­bau­ern bei­sei­te­zu­schaf­fen.

Der Glau­be an die Kraft der Ma­gie ist all­ge­gen­wär­tig. Und fa­ta­ler­wei­se bringt er die Men­schen auch da­zu, Un­ge­mach und Un­glücks­fäl­le auf ma­gi­sche Hand­lun­gen zu­rück­zu­füh­ren. Für per­sön­li­ches Miss­ge­schick und schick­sal­haf­tes Leid ist so schnell ein Schul­di­ger aus­ge­macht. Wenn die ei­ge­ne Kuh zu we­nig Milch gibt, die des Nach­barn aber viel: Steckt dann nicht bö­ser Zau­ber da­hin­ter? Wenn die ei­ge­nen Kin­der krän­keln und nicht or­dent­lich wach­sen, die Kin­der der Nach­ba­rin je­doch ge­dei­hen: Wer weiß, steckt die Kon­kur­ren­tin da­hin­ter? Auch hin­ter un­er­klär­li­chen kör­per­li­chen Be­schwer­den und schwe­ren Er­kran­kun­gen ver­mu­tet man Scha­dens­zau­ber: Eben noch war der Ehe­mann ge­sund, und plötz­lich, von ei­ner Se­kun­de auf die an­de­re, wird er von ei­nem fürch­ter­li­chen Schmerz ge­pei­nigt – wenn das kei­ne He­xe war! Das Wort „He­xen­schuss“er­zählt noch heu­te da­von, wem man frü­her die Schuld an ei­ner aku­ten Lum­b­al­gie gab. War­um traf den Nach­barn der Schlag? Traf ihn der bö­se Blick? War dar­an viel­leicht die al­te Bett­le­rin schuld, der er kein Al­mo­sen ge­ge­ben hat­te und die ihn des­we­gen ver­wünsch­te? Wer Wis­sen um Heil­kun­de und ma­gi­sche Ri­tua­le be­sitzt, steht oft un­ter dem Schutz der Ge­mein­schaft und kann sich Pres­ti­ge ver­schaf­fen. Das Blatt kann sich al­ler­dings schnell wen­den, und dann dro­hen Aus­gren­zung, Stig­ma­ti­sie­rung und Ver­fol­gung.

Die Be­völ­ke­rung, bis hin­auf zu den Eli­ten, glaubt fest an die Wirk­sam­keit von Zau­be­rei. Die Kir­che ver­dammt ri­tu­el­le Ma­gie zwar als Göt­zen­dienst und Geis­ter- und Dä­mo­nen­glau­be als Aber­glau­be, kann bei­des aber nicht ver­drän­gen. Sie setzt zu Be­ginn nicht auf Ver- fol­gung, son­dern auf Be­keh­rung: Übel­tä­ter, die sich ma­gi­schen Ri­tua­len hin­ga­ben, sol­len be­kehrt wer­den. Geld- und spi­ri­tu­el­le Bu­ßen sind die gän­gi­gen Stra­fen. Le­dig­lich über je­ne, die mit „Zau­be­rei“ih­ren Le­bens­un­ter­halt ver­die­nen, wer­den här­te­re Stra­fen wie Aus­wei­sung oder auch Au­s­peit­schung ver­hängt. Die wah­ren Fein­de der mit­tel­al­ter­li­chen Kir­che sind aber we­der die „klei­nen Ma­gier“noch je­ne we­ni­gen, ih­rer Mei­nung nach Be­dau­erns­wer­ten, die noch im­mer dem heid­ni­schen Aber­glau­ben an­hän­gen. Nein, die wirk­li­chen Fein­de kom­men aus ih­rem in­ne­ren Zir­kel und stel­len den al­lei­ni­gen Glau­bens­auf­trag der Amts­kir­che in­fra­ge. Um sie zu be­kämp­fen, setzt der Kle­rus auf dras­ti­sche Maß­nah­men, in de­ren Sog­wir­kung schließ­lich im­mer grö­ße­re Grup­pen der Be­völ­ke­rung de­nun­ziert und ver­folgt wer­den.

Man nann­te sie „Un­hol­din“, oder „Ga­bel­schmie­rin“, das Wort „He­xe“setzt sich erst spät durch. Der Glau­be an He­xen ist alt, das He­xen­kli­schee da­ge­gen jung.

Foto: Fo­to­lia

Ma­gi­sche Be­schwö­run­gen wer­den zu­erst münd­lich über­lie­fert und spä­ter nie­der­ge­schrie­ben. Klei­ne Pup­pen wer­den oft­mals für frag­wür­di­ge Ri­tua­le be­nutzt.

Bö­se Geis­ter und Dä­mo­nen ste­cken hin­ter Fie­ber und Schüt­tel­frost. Wer weiß, wel­ches ma­gi­sche Kraut die Krank­heit ver­treibt, ge­nießt An­se­hen in sei­ner Ge­mein­schaft.

Frau­en, die ei­nen Wet­ter­zau­ber prak­ti­zie­ren. Re­gen­be­schwö­run­gen ge­hör­ten zum All­tag. Holz­schnitt um 1490.

Vom Lie­bes­zau­ber zum Scha­dens­zau­ber ist es nur ein kur­zer Weg. Das Male­fi­ci­um, die schwar­ze Ma­gie, wird den ver­meint­li­chen He­xen zu­ge­schrie­ben.

Ma­gi­sche Ri­tua­le wur­den sel­ten nie­der­ge­schrie­ben.

Die meis­ten er­hal­te­nen „Zau­ber­bü­cher“stam­men auch nicht aus dem Mit­tel­al­ter, son­dern aus spä­te­ren Zei­ten.

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