ZAU­BE­REI IN DER AN­TI­KE

Hexen & Vampire - - AM ANFANG WAR MAGIE -

Im al­ten Rom vor der Zei­ten­wen­de wa­ren ma­gi­sche Ri­tua­le und ge­hei­me Kul­te fi­xer Be­stand­teil der Le­bens­welt. Zu den be­kann­tes­ten Kul­ten ge­hör­te der – dem Gott des Wei­nes und der hei­li­gen Ex­s­ta­se ge­weih­te – Bac­chus-kult. Hier­bei wur­den gro­ße Men­gen Wein, hal­lu­zi­no­ge­ne Pil­ze und Toll­kir­schen ver­ab­reicht, um die Ein­ge­weih­ten in Ek­s­ta­se zu ver­set­zen; or­gi­as­ti­sches Trei­ben stell­te den Hö­he­punkt des kul­ti­schen Fes­tes dar.

An­fäng­lich durf­ten nur Frau­en den Mys­te­ri­en­kult aus­üben, spä­ter, als bei­de Ge­schlech­ter zu­ge­las­sen wa­ren, wa­ren Frau­en die Pries­te­rin­nen. Zum Fall für den Se­nat wur­de der Bac­chus-kult, als im Jahr 186 v. Chr. Ge­rüch­te von Zwangs­teil­nah­men, se­xu­el­lem Miss­brauch so­wie ver­such­ten Gift­mor­den über­hand­nah­men und da­mit den „Bac­cha­na­li­en­skan­dal“aus­lös­ten: 7000 Per­so­nen wur­den der Ver­schwö­rung und des Hoch­ver­rats an­ge­klagt und hin­ge­rich­tet, denn – und das moch­te der ei­gent­li­che Grund der Ver­ur­tei­lun­gen sein – die ge­hei­me Ver­ei­ni­gung hat­te mitt­ler­wei­le die ge­sam­te Gesellschaft Roms un­ter­wan­dert.

Nach Chris­ti Ge­burt wa­ren es vor al­lem Mys­te­ri­en­kul­te, die aus dem öst­li­chen Mit­tel­meer­raum nach Rom ge­lang­ten und sich hier weit ver­brei­te­ten. Lie­bes- und Scha­dens­zau­ber wur­den eif­rig prak­ti­ziert, was Rom kaum ahn­de­te – so­lan­ge nie­mand ver­such­te, da­mit Ein­fluss auf die Politik und die Ge­sell­schafts­ord­nung zu neh­men. Ge­fähr­lich war al­ler­dings der Vor­wurf, Ma­gier und Gift­mi­scher („ma­gus et ve­ne­fi­ci­us“) zu sein, denn Gift­mi­sche­rei wur­de streng be­straft.

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