DIE HEXENKINDER VON GRAU­BÜN­DEN – DER PAPST RET­TET 15 KIN­DER

Hexen & Vampire - - DIE GRAUSAMSTEN HEXENPROZESSE -

Mit­te des 17. Jahr­hun­derts griff Pap­s­tin­no­zenz X. per­sön­lich in ei­nen He­xen­pro­zess ein und ret­te­te fünf­zehn Kin­dern das Le­ben. Rom war be­reits seit­ei­ni­ger Zeit­auf die He­xen­ver­fol­gun­gen im Grau­bünd­ner Val­ser­tal in der Graf­schaft Va­duz, im heu­ti­gen Liech­ten­stein, aufm erk­sam ge­wor­den. Den He­xen­jag­den wa­ren be­reits Hun­der­te Men­schen zum Op­fer ge­fal­len.

Im Jahr 1654 schick­te der päpst­li­che Nun­ti­us in Lu­zern, Erz­bi­schof Car­lo Ca­ra­fa, ei­nen fle­hent­li­chen Brief an den Papst. Fünf­zehn Kin­der, fünf Bur­schen und zehn Mäd­chen im Al­ter zwi­schen acht und zwölf Jah­ren, wa­ren we­gen He­xe­rei zum Tod ver­ur­teilt wor­den. Be­reits ih­re El­tern hat­te m an als He­xen und Ma­gier ver­brannt; die Be­schul­di­gungei­ner­we­gen He­xe­rei­an­ge­klag­ten Frau­brach­tenun auch die Kin­der vor ein He­xen­ge­richt. Sie wur­den eben­falls zum To­de­ver­ur­teilt, gna­den­hal­ber soll­te die Hin­rich­tung aber „hum aner“er­fol­gen: Ge­plant­war, den Kin­dern die Ve­nen zu öff­nen und sie im warm en Bad aus­blu­ten zu las­sen. Der­groß­teil­der Be­völ­ke­rung be­für­wor­te­te die­ses Ur­teil­der He­xen­rich­ter.

Der päpst­li­che Nun­ti­us, der die Hin­rich­tung der Kin­der um je­den Preis ver­hin­dern woll­te, er­reich­te, dass sich das Hei­li­ge Of­fi­zi­um der Sa­che an­nahm . Der Papst­sei­ner­seits konn­te er­wir­ken, dass die Hexenkinder an die Mai­län­der In­qui­si­ti­on über­stell­twur­den. Hier, „bei recht­schaf­fe­nen Män­nern un­d­ehr­ba­ren Frau­en“in Mai­land un­ter­ge­bracht, wo sie sich ih­ren Le­bens­un­ter­halt­ver­die­nen konn­ten und re­li­gi­ös un­ter­wie­sen wur­den, gal­ten sie bald – bis auf ei­ne Aus­nahm e – als von der He­xe­rei be­kehrt.

Um die lo­ka­len Be­hör­den von ih­rem har­ten Kurs bei He­xen­ver­fol­gun­gen ab­zu­brin­gen, sand­te­der­papst­die­of­fi­zi­el­len Instruktionen für He­xen­pro­zes­se nach Grau­bün­den, zu­sam m en m it­der Fest­stel­lung, dass bei der bis­he­ri­gen Pro­zess­füh­rung schwe­re Feh­ler be­gan­gen wur­den. Doch der Ver­such Rom s, auf die Schwei­zer Jus­tiz Ein­fluss zu nehm en, war ver­geb­lich: Die Schwei­zer He­xen­pro­zes­se wur­den un­verm in­dertscharf fort­ge­setzt, und wei­ter­hin wur­den Kin­der und Ju­gend­li­che we­gen Zau­be­rei zum To­de ver­ur­teilt.

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