Hung­rig auf ein lan­ges le­ben?

Ein lan­ges Le­ben in ewi­ger Ju­gend ist ein ur­al­ter Mensch­heits­traum. Neue wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se rü­cken sei­ne Er­fül­lung nä­her.

Iss Dich Jung! - - INHALT -

Das Ge­heim­nis der ewi­gen Ju­gend liegt in der rich­ti­gen Er­näh­rung

schon der schein­bar un­ver­wüst­li­che Ja­mes Bond muss­te ir­gend­wann ein­se­hen, dass Hel­den et­was da­für tun müs­sen, wenn sie jung blei­ben wol­len. „Ihr

Pro­blem sind die frei­en Ra­di­ka­le“, sagt Ge­heim­dienst-ober­boss M im Film „Sag nie­mals nie“und schickt sei­nen be­rühm­tes­ten Spi­on auf Kur – zu ei­nem

An­ti-aging-pro­gramm, wie wir heu­te sa­gen wür­den. Der Be­griff war da­mals, an­no 1983, noch nicht ge­bräuch­lich. Aber die Sehn­sucht, den na­tür­li­chen Al­te­rungs­pro­zess hin­aus­zu­zö­gern, die ist wohl so alt wie die Mensch­heit.

Re­zep­te der ewi­gen Ju­gend gibt es seit Jahr­tau­sen­den: Kö­ni­gin Kleo­pa­tra ba­de­te in Esels­milch, die lan­ge Zeit äl­tes­te Eu­ro­päe­rin Jean­ne Loui­se Cal­ment schwor auf Knob­lauch, 007 muss im Film auf Weiß­brot und tro­cke­ne Mar­ti­nis ver­zich­ten.

Na­tür­lich hat sich auch die me­di­zi­ni­sche Wissenschaft mit der Fra­ge be­schäf­tigt und her­aus­ge­fun­den: Ganz so sim­pel ist das Ge­heim­nis der dau­er­haf­ten Gesundheit lei­der nicht. Doch es gibt ei­ne tröst­li­che Bot­schaft: Es kommt vor al­lem auf die Er­näh­rung an.

Der Jung­brun­nen, den die Men­schen vie­le Jahr­hun­der­te lang ver­geb­lich such­ten, der fin­det sich in un­se­rer Spei­se­kam­mer. Dort la­gern ma­gi­sche Sub­stan­zen, und ih­re Na­men lau­ten Schnitt­lauch, Pe­ter­si­lie, Zwie­bel, Pa­ra­dei­ser, Oli­ve, Wal­nuss, Wild­lachs, Kür­bis und Ha­fer. Wer sich kon­se­quent an sol­che Nah­rungs­mit­tel hält, wird schon nach et­wa vier Wo­chen ein an­de­rer Mensch. Kom­bi­niert mit ei­ner po­si­ti­ven Stress­be­wäl­ti­gung wir­ken sie buch­stäb­lich le­bens­ver­län­gernd. Da­bei geht es kei­nes­wegs nur um straf­fe Haut und flot­tes Wohl­be­fin­den. Die Er­näh­rung hat auch gro­ßen Ein­fluss dar­auf, ob wir von Krank­hei­ten heim­ge­sucht wer­den. Schlag­an­fall, Herz­in­farkt oder Alz­hei­mer kön­nen nun ein­mal auch durch fal­sches Es­sen aus­ge­löst wer­den. Ge­ne­ti­sche Ver­an­la­gung und see­li­sche Aus­ge­gli­chen­heit sind zwar eben­falls wich­ti­ge Fak­to­ren, doch die ent­schei­den­de Rol­le kommt dem be­wuss­ten Es­sen zu.

Zum Glück für die Wissenschaft hat die Na­tur in man­chen ent­le­ge­nen Ge­gen­den so­zu­sa­gen Frei­luft-la­bo­ra­to­ri­en ein­ge­rich­tet. Das Dörf­chen Cam­po­dime­le in den Ber­gen süd­lich von Rom ist so ein Fall: Nir­gend­wo sonst in Eu­ro­pa wer­den so vie­le Men­schen über 100 Jah­re alt. Woran kann das lie­gen? Seit rund 30 Jah­ren be­ob­ach­ten For­scher den All­tag der Berg­be­woh­ner – und ka­men zur gar nicht so spek­ta­ku­lä­ren Er­kennt­nis, dass sich die­se Men­schen ers­tens aus­ge­wo­gen und zwei­tens na­tür­lich er­näh­ren. Sie es­sen oft fri­sche säu­er­li­che Äp­fel di­rekt vom Baum. Sie ver­wen­den gro­ße Men­gen Oli­ven­öl, das sie ehr­fürch­tig „Öl Got­tes“nen­nen. Wei­zen, Mais und Gers­te (aus de­nen im Dorf ei­ge­nes Brot ge­ba­cken wird) wach­sen dort oh­ne Pflan­zen­schutz­mit­tel, eben­so wie Zuc­chi­ni, Spi­nat, Zwie­beln, Brok­ko­li.

Ach, und na­tür­lich es­sen die Leu­te auch sehr vie­le Pa­ra­dei­ser, und sie lie­ben die Ci­cer­chia-boh­nen, die sie mit fri­schen Kräu­tern wie Ros­ma­rin und Ba­si­li­kum wür­zen. Die Pas­ta stel­len sie selber her, nicht aus hoch­raf­fi­nier­tem Mehl, son­dern aus grob ge­mah­le­nem Wei­zen­grieß. Fleisch kommt ein­bis zwei­mal pro Wo­che auf den Tisch, und dann wird re­gel­mä­ßig Rot­wein ge­trun­ken. Nicht mehr als zwei Glä­ser im Schnitt, das aber täg­lich.

Klingt nicht nach stren­ger As­ke­se und Di­ät. Der Ge­nuss, die Freu­de an je­der Mahl­zeit, ist we­sent­li­ches Ele­ment der ge­sun­den Er­näh­rung. Lust, nicht Ver­bot soll­te uns ganz au­to­ma­tisch, re­flex­ar­tig zum rich­ti­gen Le­bens­mit­tel grei­fen las­sen.

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