Es ist al­les nur ei­ne ge­wohn­heits­sa­che

Iss Dich Jung! - - INHALT -

In­ter­view mit Dr. Mar­kus M. Met­ka, dem füh­ren­den An­ti-aging-me­di­zi­ner

Wie sieht ei­gent­lich der Spei­se­plan ei­nes Ex­per­ten Aus, der bei je­dem Le­bens­mit­tel nur All­zu genau weiß, was es mit sei­nem Kör­per An­rich­tet? Dr. Mar­kus M. Met­ka hat trotz­dem nicht die Freu­de Am Ge­nuss ver­lo­ren – und verrtt, wie rich­ti­ge Ern­thrung im All­tag klappt.

Was früh­stü­cken Sie?

Das ist für mich die Ge­le­gen­heit, mich ve­gan zu er­näh­ren. Ich es­se Müs­li mit So­ja­milch oder Man­del­milch oder Ha­fer­milch. Das hat na­tür­lich nichts mit Milch zu tun, aber schmeckt in­ter­es­sant. Da­zu ge­be ich fri­sche Früch­te. Ge­le­gent­lich es­se ich auch ein weich ge­koch­tes Ei.

Was ha­ben Sie im­mer zu Hau­se?

Al­so, wenn ich am Abend mei­ne At­ta­cken krie­ge – das kennt ja je­der –, da bin ich un­glück­lich, wenn nichts da ist. Da ha­de­re ich mit mei­nem Schick­sal. Des­halb brau­che ich im­mer Gra­nat­ap­fel­saft, denn mir ist ja wich­tig, dass das, was ich zu mir neh­me, auch ein Ge­nuss ist. Und ge­sund. Grad beim Gra­nat­ap­fel könn­te ich ins Schwär­men kom­men, er schmeckt her­vor­ra­gend und ist für die Haut so gut. Im al­ten Per­si­en ha­ben die Frau­en als Schön­heits­eli­xier im Gra­nat­ap­fel­saft ge­ba­det und auch Kon­zen­tra­te da­von auf die Haut auf­ge­legt, weil da sind so vie­le pflanz­li­che, ge­sun­de Östro­ge­ne drin­nen. Er ist ein Kos­me­ti­kum und nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen auch für die Män­ner wich­tig für die Pro­sta­ta.

Und sonst noch?

Wal­nüs­se. Es gibt ei­ne wis­sen­schaft­li­che Ar­beit aus Har­vard, die zeigt, wer min­des­tens zwei­ein­halb Wal­nüs­se pro Tag isst, hat ein fast 40 Pro­zent ge­rin­ge­res Ri­si­ko für Herz­in­farkt. War­um? Nüs­se im All­ge­mei­nen, aber Wal­nüs­se im Be­son­de­ren, sind bio­lo­gi­sche Bom­ben, po­si­tiv ge­se­hen. Da sind hoch­wer­tigs­te Fet­te drin­nen, ganz in­ter­es­san­te, hoch­wer­tigs­te, viel­fäl­ti­ge Ei­wei­ße, al­so Ami­no­säu­ren. Die­se Fet­te näm­lich, die Phos­phor­li­pi­de zum Bei­spiel, da muss man wis­sen, dass das die Fet­te sind, aus de­nen das Ge­hirn auf­ge­baut wird.

Und Erd­nüs­se?

Die sind auch ge­sund, aber nur dann, wenn

man sie nicht mit zu viel Salz zu sich nimmt. Sonst hab ich auch im­mer Scho­ko­la­de zu Hau­se, denn das ist ein hoch­in­ter­es­san­tes Pro­dukt, wenn sie aus 100% Ka­kao­but­ter ist, dann viel­leicht noch mit Chi­li ge­würzt, so ist es ein un­sag­bar ge­sun­des Le­bens­mit­tel. Was da al­les drin­nen ist! Die Stof­fe, die hel­fen ge­gen Herz­in­farkt, ge­gen Ar­te­ri­en­ver­kal­kung, es sind Stof­fe, die das Glücks­hor­mon för­dern, das Se­ro­to­nin, es sind wahn­sin­nig star­ke ent­zün­dungs­hem­men­de Sub­stan­zen drin­nen.

Was ist pro­ble­ma­tisch dar­an?

Wenn man Zu­cker da­zu­gibt und Milch, wie bei der gän­gi­gen Milch­scho­ko­la­de. Die­se Zu­sät­ze, ei­ne Er­fin­dung der Schwei­zer, das macht die Scho­ko­la­de lei­der zu ei­nem be­denk­li­chen Nah­rungs­mit­tel. Aber die 70- bis 80-pro­zen­ti­ge Scho­ko­la­de ist mir die al­ler­liebs­te, das ist rei­ne Ge­wohn­heits­sa­che.

Wor­auf ach­ten sie beim Ein­kauf?

Die De­vi­se lau­tet: Iss Le­bens­mit­tel, nicht Nah­rungs­mit­tel, am bes­ten pflanz­lich, aber nicht zu viel. Al­so ge­he ich zu­erst zur Ge­mü­se- und Ob­st­ab­tei­lung. Da nehm ich im­mer To­ma­ten und im­mer auch Ret­tich, den lie­be ich.

Es­sen Sie da­zu Brot und But­ter?

Brot ja, aber But­ter nicht, die hab ich nicht mehr zu Hau­se. Das ist auch ei­ne Ge­wohn­heits­sa­che. Denn wenn sie da ist, dann strei­che ich auch or­dent­lich. Ich kul­ti­vie­re jetzt mehr die Spe­zi­al-oli­ven­öle, na­tür­lich ex­tra ver­gi­ne. Da darf ich auch gleich wie­der er­in­nern an die bei­den An­ti-aging-er­näh­rungs­for­men, näm­lich die tra­di­tio­nel­le asia­ti­sche Kü­che und die tra­di­tio­nel­le me­di­ter­ra­ne Kü­che. Nicht um­sonst kom­men aus Sar­di­ni­en die meis­ten Hun­dert­jäh­ri­gen. Das sar­di­sche har­te Brot äh­nelt in der Art dem Süd­ti­ro­ler Schüt­tel­brot, da isst man grund­sätz­lich nicht so viel da­von. Dann wür­zen sie wahn­sin­nig viel mit Thy­mi­an, Sal­bei, Ore­ga­no, Ba­si­li­kum – wenn die ei­nen Bra­ten ma­chen, dann ge­ben sie gan­ze Bü­sche an Ros­ma­rin hin­ein.

Wel­ches Fleisch be­vor­zu­gen Sie?

Ich es­se lie­ber Fisch, al­so Branzino ist mir am liebs­ten. Aber das ist ei­ne teu­re Sa­che. Man muss halt im­mer auf die Zer­ti­fi­ka­te ach­ten.

Was kochen Sie sonst noch?

Al­so ein- bis zwei­mal pro Wo­che es­se ich Pas­ta, da wird mir nie lang­wei­lig, et­wa mit To­ma­ten­su­go, die­se ein­ge­koch­te Form. Dann geb ich auch noch fri­sche Kräu­ter hin­ein. Ich kau­fe auch To­ma­ten­mark, das gibt es so­gar oh­ne Zu­cker. Man muss halt nur schau­en.

Wel­che Nu­deln ver­wen­den Sie?

Frü­her ein­mal ha­be ich die Nu­deln nach der Far­be ge­kauft: Je gel­ber sie wa­ren, des­to lie­ber, denn da sind ja mehr Dot­ter drin­nen. Ich hab mir gar kei­ne Ge­dan­ken ge­macht. Aber heu­te weiß ich, dass die gu­te Pas­ta eher weiß­grau ist, sie be­steht aus Hart­wei­zen­grieß und aus sonst gar nichts. Die hat nie ein Ei ge­se­hen.

Was hat Ihr Be­wusst­sein in Sa­chen Er­näh­rung be­wirkt?

Ich bin schlan­ker ge­wor­den, ha­be mein Ge­wicht seit­dem viel bes­ser un­ter Kon­trol­le. Und was so ein wich­ti­ger Punkt ist – bei der Er­näh­rung spürst du die Aus­wir­kun­gen so­fort. Frü­her, so mit 30 und 40, da hat mir der Kör­per al­les ver­zie­hen. Käs­spätz­le mit ei­nem Ki­lo Zwie­beln und ei­nem Ach­tel But­ter hab ich mit Freun­den ver­schlun­gen, dass uns der Bauch weht­at, wir ha­ben uns ge­wun­den vor Krämp­fen. Da­zu noch or­dent­lich ge­trun­ken. Aber heu­te mit 64 geht das auf kei­nen Fall mehr. Das ist es, was mich an­hält, mich ge­scheit zu er­näh­ren. Mein Kör­per sagt es mir eh so­fort.

In wel­chem Al­ter soll­te man mit An­tiaging be­gin­nen?

Ab 40 soll­te man dar­auf ach­ten. Man spürt ja, was ei­nem gut­tut. Aber es braucht auch das Wis­sen um die rich­ti­gen Le­bens­mit­tel.

DAS mensch­li­che Ge­hirn ltsst sich nun mal nicht mit Schwei­ne­schmalz Auf­bau­en, da­zu braucht man schon die En­gels­ö­le, Al­so je­ne hoch- wer­tigs­ten Fet­te, die et­wa in den Wal­nüs­sen drin­nen sind. DAS heißt nicht um­sonst Nah­rung fürs Ge­hirn. Und sie schme­cken wirk­lich gut, ich hab sie im­mer zu Hau­se und es­se sie re­gelm­t­ßig.

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