Beim Kon­zert ha­gel­te es Straf­zet­tel

Bi­lanz des größ­ten Kon­zer­tes in der Ge­schich­te der Stadt: 35.000 Fans, nur zwei An­zei­gen und Auf­re­gung um 517 Straf­zet­tel für Falsch­par­ker.

Kleine Zeitung Kaernten - - Klagenfurt - Von Mar­kus Se­be­s­ty­en

Die Zah­len spre­chen ei­ne ein­deu­ti­ge Spra­che. Mit 35.000 Fans lie­fer­te Rob­bie Wil­li­ams das größ­te Kon­zert in der Ge­schich­te Kla­gen­furts. Nicht nur Fans, auch Po­li­zei und Ord­nungs­amt wa­ren in re­kord­ver­däch­ti­ger Zahl un­ter­wegs. „Der Abend ist ru­hig ver-

lau­fen. Die Fans wa­ren dis­zi­pli­niert und gut drauf. Wir hat­ten kei­ne Pro­ble­me“, lau­tet das Fa­zit von Po­li­zei-Ein­satz­lei­ter Mar­kus Til­li.

Dass Groß­auf­ge­bot hat auch mit dem neu­en An­ti-Ter­rorKon­zept zu tun. „Wir wa­ren bei al­len Ein­gän­gen stark po­si­tio­niert und auch auf mög­li­che An­schlä­ge mit Pkw oder Lkw vor­be­rei­tet“, sagt Til­li. An­zei­gen ha­be es le­dig­lich zwei ge­ge­ben. Auf­grund ei­ner Schlä­ge­rei und weil ein Büh­nen­ar­bei­ter ei­ner Frau mit dem Ga­bel­stap­ler über den Fuß ge­fah­ren ist. Für ei­ne lo­gis­ti­sche Her­aus­for­de­rung sorg­te die Park­platz­si­tua­ti­on. Weil vie­le Stell­flä­chen vom Ver­an­stal­ter ver­parkt wa­ren und es im Ge­gen­satz zu Fuß­ball­spie­len kaum Bu­s­an­rei­sen gab, herrsch­te Not­stand.

Dem­ent­spre­chend vie­le Straf­man­da­te wur­den vom Ord­nungs­amt aus­ge­stellt. Die Te­le­fo­ne im Rat­haus sind ges­tern heiß ge­lau­fen. „Das war ei­ne or­ga­ni­sier­te Ak­ti­on, um so vie­le wie mög­lich ab­zu­stra­fen. Pünkt­lich zum Kon­zert­be­ginn sind sie aus­ge­schwärmt. Ein­mal ist in Kla­gen­furt et­was los und die Stadt nützt es für ei­ne Geld­be­schaf­fungs­ak­ti­on“, kri­ti­siert An­rai­ne­rin Mir­jam Rein. Laut Stadt­rat Wolf­gang Germ (FPÖ) hat es die Stadt ver­ab­säumt, Bür­ger und An­rai­ner zu in­for­mie­ren. „Das Sys­tem mit den Pla­ket­ten wird kaum an­ge­nom­men und soll­te wie­der ab­ge­schafft wer­den“, for­dert Germ.

Dass es ei­ne Schwer­punkt­ak­ti­on ge­ge­ben hat, wird vom Ord­nungs­amt nicht be­strit­ten. „Na­tür­lich ha­ben wir sehr genau hin­ge­se­hen. Uns ist es um den An­rai­ner­schutz ge­gan­gen. Die­ser Auf­ga­be sind wir nach­ge­kom­men“, sagt Lei­ter Wilfried Kam­me­rer. Al­le ver­füg­ba­ren 14 Mann wa­ren im Ein­satz.

Nicht nur feh­len­de Pla­ket­ten, auch die neue Kurz­park­zo­ne beim Mi­ni­mun­dus hat für Straf­man­da­te ge­sorgt. Bis 18 Uhr hät­ten Kon­zert­be­su­cher Park­schein bzw. Park­uhr be­nö­tigt. Auch das wur­de genau kon­trol­liert. „Der Stadt fehlt hier ein­fach das Fin­ger­spit­zen­ge­fühl. Die Leu­te kom­men von über­all her und am En­de er­in­nern sie sich an den Straf­zet­tel. Das ist ein­fach un­nö­tig“, är­gert sich Mi­ni­mun­dus-Ge­schäfts­füh­rer Han­nes Gug­gen­ber­ger. Laut Ord­nungs­amt wur­den 517 Straf­zet­tel aus­ge­stellt. Das ent­spricht rund 37 Man­da­ten pro Mit­ar­bei­ter und Ein­nah­men von über 10.000 Eu­ro.

Pro­ble­me mel­de­ten vie­le Be­su­cher auch bei der Abrei­se mit den Öf­fis. Vor al­lem die Sta­ti­on Kla­gen­furt West sei kom­plett über­las­tet ge­we­sen. Man ha­be bis zu ei­ner St­un­de auf ei­nen Platz in der S-Bahn war­ten müs­sen. Laut ÖBB wur­den al­le Ka­pa­zi­tä­ten er­höht. „Da wir nie genau wis­sen, wann genau und wie die Men­schen nach Hau­se fah­ren, kann es aber zu Eng­päs­sen kom­men“, sagt ÖBB-Spre­cher Her­bert Ho­fer.

Der Groß­teil der Be­su­cher kam mit dem Pkw zum Kon­zert. Di­ens­tag­abend wur­den über 500 Straf­zet­tel aus­ge­stellt

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