Wür­di­ge Ga­la zur Fei­er des Le­bens

Ehe­paar lädt nach Tod sei­ner Toch­ter mor­gen Abend zur Be­ne­fiz­ga­la. Er­lös geht an die Platt­form „Ver­wais­te El­tern“.

Kleine Zeitung Kaernten - - Klagenfurt - Von Ju­lia Brau­ne­cker

Der Ver­lust des ei­ge­nen Kin­des zählt zu den schmerz­lichs­ten Er­fah­run­gen, die man ma­chen kann. Auch Mar­got und Ha­rald Az­mann ist die­se Er­fah­rung nicht er­spart ge­blie­ben. Ih­re Toch­ter Li­sa schied vor zwei Jah­ren aus dem Le­ben. Im Ge­den­ken an die stets so­zi­al en­ga­gier­te 18-Jäh­ri­ge lädt Li­sas Va­ter mor­gen Abend zur Be­ne­fiz­ga­la „Ei­ne Chan­ce zum Glück“ins Ca­si­n­e­um Vel­den.

Ne­ben ei­nem Drei-Gän­geMe­nü und ei­ner Tom­bo­la wird den Gäs­ten ein ge­fühl­vol­les Un­ter­hal­tungs­pro­gramm ge­bo­ten. Un­ter an­de­rem tre­ten die Sän­ge­rin Sa­bi­ne Nei­bersch und das Kla­gen­fur­ter Tanz­or­ches­ter Im­pe­ri­al auf. Sämt­li­che Ein­nah­men kom­men der Platt­form „Ver­wais­te El­tern“zu­gu­te. Die Ein­rich­tung un­ter der Lei­tung von As­trid Pan­ger un­ter­stützt An­ge­hö­ri­ge ver­stor­be­ner Kin­der. „Es gibt vie­le, die ihr Kind ver­lo­ren ha­ben. Mit der Ga­la wol­len wir je­doch fei­ern, dass wir ei­nen Teil des Le­bens mit die­sem Men­schen ge­nie­ßen konn­ten und wir selbst noch da sind“, er­klärt Az­mann.

Auch sehr schwie­ri­ge Le­bens­er­fah­run­gen sei­en ein Sprung­brett, Din­ge an­ders zu be­trach­ten. Oh­ne die Platt­form wä­re die­ser Weg kaum zu meis­tern ge­we­sen, sagt er. Bei ei­nem Trau­er­se­mi­nar spür­ten er und sei­ne Frau Mar­got, dass sie mit ih­rem Schmerz nicht al­lei­ne sind. „Es kann ei­nen nicht je­der ver­ste­hen“, weiß Mar­got Az­mann. „Im Krei­se an­de­rer Be­trof­fe­ner fühl­ten wir uns je­doch so­fort ak­zep­tiert.“

Un­be­wusst sei schon da­mals der Wunsch auf­ge­kom­men, sich für die Platt­form zu en­ga­gie­ren. Im Sin­ne sei­ner Toch­ter steckt Az­mann sein gan­zes Herz­blut in die Ga­la: „Li­sa sagt mir, was ich für die Gäs­te tun kann.“Die Ju- gend­li­che litt un­ter star­ken Schmer­zen und wur­de ge­mobbt, wie ihr Va­ter er­zählt: „Mit 18 Jah­ren reich­te ih­re Le­bens­freu­de nicht mehr, um wei­ter­zu­le­ben.“Ziel der Ga­la ist es da­her auch, das The­ma Sui­zid nicht mehr tot­zu­schwei­gen. „In dem Mo­ment, in dem wir über et­was spre­chen, fin­den wir Lö­sun­gen“, ist Az­mann über­zeugt. „Wir müs­sen acht­sam mit­ein­an­der um­ge­hen. Denn nie­mand weiß, wie viel Zeit uns noch bleibt.“

PRI­VAT

Nach dem Tod ih­rer Toch­ter Li­sa bli­cken Mar­got und Ha­rald Az­mann nach vor­ne und fei­ern mor­gen, dass sie ein Teil des Le­bens ih­rer Toch­ter sein durf­ten

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