„Wir müs­sen das Glück er­zwin­gen“

Ös­ter­reichs Team­ka­pi­tän Ju­li­an Baum­gart­lin­ger (29) über den Ju­gend­trend, Glück, das Fuß­ball­ge­schäft, sei­ne Zeit in Le­ver­ku­sen, Grau­zo­nen und sei­ne Toch­ter.

Kleine Zeitung Kaernten - - Sport - Von Micha­el Lor­ber

Nach Marc Jan­ko, Mar­tin Har­nik und Se­bas­ti­an Prödl sind Sie mit 29 Jah­ren der viert­äl­tes­te Spie­ler im Na­tio­nal­team. Was hal­ten Sie da­von?

JU­LI­AN BAUM­GART­LIN­GER: Ein Ju­gend­trend ist de­fi­ni­tiv zu er­ken­nen (lacht). Als ich in den Pro­fi­fuß­ball ge­kom­men bin, war Er­fah­rung das Wich­tigs­te. Jetzt ist es um­ge­kehrt. Die jun­gen Spie­ler sind heu­te aber auch viel pro­fes­sio­nel­ler aus­ge­bil­det. Ein gu­ter Mit­tel­weg kann sehr er­trag­reich sein. Er­fah­rung ist noch im­mer ein wich­ti­ger Fak­tor.

In­wie­fern tut die­se Blut­auf­fri­schung dem Na­tio­nal­team gut? Wir wer­den al­le nicht jün­ger. Es gibt mehr Spie­ler, die im Aus­land schon auf­zei­gen. Da ist es ganz wich­tig, dass gu­te Leis­tun­gen ho­no­riert wer­den. So wird der Kon­kur­renz­kampf an­ge­regt und das Trai­nings­ni­veau bleibt hoch. Das ist die Ba­sis, um auch im Spiel Top­leis­tun­gen ab­ru­fen zu kön­nen.

Das spricht auch für die gu­te Nach­wuchs­ar­beit in Ös­ter­reich, oder? Klar, da braucht man sich ja nur Salz­burg an­schau­en. Da wird viel in­ves­tiert. Die Er­geb­nis­se zei­gen, dass es gut so ist. Die Youth Le­ague ge­winnt man nicht ein­fach so. Salz­burg macht sehr viel rich­tig – vor al­lem ist es nach­hal­tig. Da muss man dran­blei­ben. Man kann näm­lich auch viel Geld ver­bren­nen.

Im Som­mer 2016 sind Sie von Mainz, wo Sie Ka­pi­tän wa­ren, nach Le­ver­ku­sen ge­wech­selt. Dort ha­ben Sie ei­ne durch­wach­se­ne Sai­son hin­ter sich. Be­reu­en Sie im Nach­hin­ein den Wech­sel? Auf kei­nen Fall. Ich ha­be ge­se­hen, was es be­deu­tet, auf Eli­te­le­vel zu spie­len. Ich ha­be mich auch in Mainz durch­set­zen müs­sen, aber Le­ver­ku­sen ist auf­grund der oft­ma­li­gen Cham­pi­ons-Le­ague-Qua­li­fi­ka­ti­on und des in­ter­nen Kon­kur­renz­kamp­fes ei­ne ganz an­de­re Num­mer. Vie­le ha­ben im Vor­jahr vom bes­ten Le­ver­ku­sen-Ka­der al­ler Zei­ten ge­spro­chen. Qua­li­tät im Ka­der ist aber nicht im­mer aus­schlag­ge­bend für den Mann­schafts­er­folg. Er­folg­reich ist man dann, wenn man das Team und nicht In­di­vi­du­en in den Vor­der­grund stellt. Da kann ich viel mit­neh­men.

Ak­tu­ell sind Sie in Le­ver­ku­sen in der Zu­schau­er­rol­le. Wie sehr be­las­tet die­se Si­tua­ti­on? Das macht na­tür­lich kei­nen Spaß. Es be­schäf­tigt ei­nen wie in je­dem an­de­ren Job. Das kann man auch im Pri­va­ten nicht aus-

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