KÄRNT­NE­RIN DES TAGES

Lau­ra Welz (19) un­ter­rich­tet in Myan­mar Stra­ßen­kin­der – und lernt da­bei auch ih­re Wur­zeln ken­nen.

Kleine Zeitung Kaernten - - Blick In Den Tag - Von Ma­ria Schau­nit­zer

Die Kla­gen­fur­te­rin Lau­ra Welz (19) un­ter­rich­tet in Myan­mar Stra­ßen­kin­der – und lernt da­bei auch ih­re Wur­zeln ken­nen.

Nie mehr Schu­le – nur was jetzt?“Die­se Fra­ge stell­te sich auch die Kla­gen­fur­te­rin Lau­ra Welz. Wie vie­le in ih­rem Al­ter, zog es sie in die Fer­ne. Doch ihr ging es nicht nur dar­um die Welt zu se­hen, son­dern auch dar­um, sie ein klei­nes Stück bes­ser zu ma­chen. „Für mich war schon im­mer klar, dass ich rei­sen möch­te. Das liegt mir im Blut“, er­klärt die Kla­gen­fur­te­rin.

Als sie ge­ra­de ein­mal fünf Jah­re alt war, mach­ten ih­re El­tern mit ihr ei­ne Welt­rei­se. „Doch die­ses Mal woll­te ich auch et­was Gu­tes tun“, er­zählt die 19-Jäh­ri­ge. Des­we­gen mach­te sich die Ma­tu­ran­tin mit bur­me­si­schen Wur­zeln auf, um Stra­ßen­kin­dern in Myan­mar ei­ne bes­se­re Zu­kunft zu er­mög­li­chen. In Yan­gon, der größ­ten Stadt des Lan­des, kön­nen vie­le Kin­der, die in den Sl­ums am Ran­de der Mil­lio­nen­stadt woh­nen, nicht zur Schu­le ge­hen. Oft müs­sen sie bet­teln oder durch Müll­sam­meln zum Haus­halt­ein­kom­men der El­tern bei­tra­gen. Die ös­ter­rei­chi­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Son­ne In­ter­na­tio­nal un- ter­stützt ge­nau die­se Kin­der in Ta­ges­be­treu­ungs­zen­tren. Sie ler­nen hier le­sen und schrei­ben und wer­den au­ßer­dem ver­pflegt. Ei­ne klei­ne Aus­zeit vom oft har­ten All­tag der Kin­der. Auch Eng­lisch steht da­bei auf dem Lehr­plan.

F ür ein hal­bes Jahr hat es sich nun die jun­ge Kla­gen­fur­te­rin zur Auf­ga­be ge­macht, den Klei­nen die Fremd­spra­che bei­zu­brin­gen. „Am An­fang war das schon schwie­rig für mich. Das Le­vel der Kin­der ist doch sehr un­ter­schied­lich. Da hilft es schon, dass ich auch ein biss­chen die Lan­des­spra­che spre­che. Durch Spie­le und Lie­der ha­ben die Kin­der aber lang­sam ein Ge­fühl für Eng­lisch be­kom­men“, er­zählt Welz.

Und sie hat mitt­ler­wei­le auch ein Ge­fühl für das Le­ben der Men­schen hier be­kom­men. „Mei­ne Mut­ter kommt aus Myan­mar. Dar­um woll­te ich selbst ein­mal für län­ge­re Zeit hier sein“, sagt Welz. „Ich ha­be da­bei ge­lernt, dass un­ser Le­ben in Ös­ter­reich und vor al­lem Bil­dung ein Pri­vi­leg sind. Die Kin­der hier sind wiss­be­gie­rig, sie neh­men je­de Chan­ce, die sie be­kom­men kön­nen wahr.“

U nd auch Welz packt je­de Ge­le­gen­heit, um ih­re Wur­zeln zum Heim­t­at­land ih­rer Mut­ter noch mehr zu ver­tie­fen. So hat die 19-Jäh­ri­ge et­wa da­mit be­gon­nen „Myan­mar Thai“, ei­ne bur­me­si­sche Kampf­kunst, zu ler­nen. „Seit Kur­zem trai­nie­ren wir auch mit dem Schwert“, er­klärt die Kla­gen­fur­te­rin. „Sol­che Er­leb­nis­se, aber auch je­ne mit den Kin­dern, ver­än­dern ei­nen Men­schen“, ist sich Welz si­cher. Wohl mehr, als es ei­ne Rei­se ge­konnt hät­te.

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