Sprich­wört­li­ches

Kleine Zeitung Kaernten - - Klagenfurt -

Nie­mand – we­der heu­te noch in al­ter Zeit – kommt oder kam je­mals auf die Idee, ein klei­nes Kind, das in der Ba­de­wan­ne planscht, mit dem Was­ser ins Freie zu be­för­dern. Und doch kennt je­der das Sprich­wort „Das Kind mit dem Ba­de aus­schüt­ten“. Da­für gibt es ver­schie­de­ne Be­deu­tun­gen:

Man soll­te nicht über­trei­ben, nicht übers Ziel hin­aus­schie­ßen, nicht ge­dan­ken­los mit et­was Schlech­tem auch das Gu­te ver­wer­fen. Dem Kind wird in die­ser Re­dens­art gro­ßer Wert zu­ge­spro­chen, dem Ba­de­was­ser nicht. Auch an­de­re Sprich­wör­ter be­die­nen sich des Kin­des. „Ein ge­brann­tes Kind“, heißt es da, „scheut das Feu­er.“Mit „Kind und Ke­gel“geht es oft von ei­nem Ort zum an­de­ren, wo­bei mit dem „Ke­gel“ein un­ehe­li­ches Kind ge­meint ist. Im Mär­chen „Hän­sel und Gre­tel“fragt die He­xe, wer an ih­rem Häu­schen knus­pert und die Ant­wort lau­tet „Der Wind, der Wind, das himm­li­sche Kind“. Nicht zu­letzt ist man „ein Kind sei­ner Zeit“auch dann, wenn man den „Kin­der­schu­hen längst ent­wach­sen“und zum „Kind im Man­ne“ge­wor­den ist.

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