Schlep­per­prei­se ex­plo­die­ren

Bun­des­kri­mi­nal­amt nennt Zah­len zur Schlep­pe­rei.

Kleine Zeitung Steiermark - - POLITIK -

WI­EN. Die feh­len­de Mög­lich­keit ei­ner le­ga­len Ein­rei­se in die EU für Flücht­lin­ge be­feu­ert die Ge­schäf­te kri­mi­nel­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen. Denn nur wer vier­mal zahlt, hat ei­ne Chan­ce, vom La­ger an der tür­kisch-sy­ri­schen Gren­ze bis nach Ös­ter­reich zu ge­lan­gen, sag­te der Lei­ter der Zen­tral­stel­le zur Be­kämp­fung der Schlep­per­kri­mi­na­li­tät und des Men­schen­han­dels im Bun­des­kri­mi­nal­amt, Ge­rald Tatz­gern.

Die ers­te Geld­über­ga­be er­folgt in der Tür­kei, wei­te­re in Grie­chen­land, Ma­ze­do­ni­en und Ser­bi­en so­wie Un­garn. Am liebs­ten se­hen Schlep­per Bar­geld im Vor­aus. Sie tre­ten als Ver­tre­ter von Rei­se­agen­tu­ren dem­nach in den La­gern auf.

Dass im­mer wie­der ge­nug Trans­por­teu­re ge­fun­den wer­den, ist an­ge­sichts stei­gen­der Schlep­per­löh­ne nicht ver­wun­der­lich. „Frü­her be­ka­men die Fah­rer, al­so die un­ters­te Schicht ei­ner Schlep­per­or­ga­ni­sa­ti­on, 500 bis 700 Eu­ro pro Fahrt. Jetzt sind es 500 Eu­ro pro Ge­schlepp­tem“, er­läu­ter­te Tatz­gern. Den Fah­rer se­hen die Flücht­lin­ge nicht. Er sitzt in der Re­gel schon am Steu­er, wenn sie ein­stei­gen. Die La­de­räu­me wer­den luft­dicht ab­ge­schlos­sen, da­mit der Schall sich nicht ver­brei­tet, wenn Men­schen um Hil­fe ru­fen.

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