Hoff­nungs­los

Kleine Zeitung Steiermark - - | TRIBÜNE - STE­FAN WINK­LER

Da­mas­kus ist un­ter Feu­er. Noch kon­trol­liert das Re­gime von Dik­ta­tor Ba­schar al-As­sad wei­te Tei­le der sy­ri­schen Haupt­stadt. Aber die Ter­rorbri­ga­den des Is­la­mi­schen Staats (IS) sind auf dem Vor­marsch. Nur noch we­ni­ge Ki­lo­me­ter sol­len sie vom Stadt­zen­trum ent­fernt sein.

Soll­te Da­mas­kus fal­len, wä­re das der Wen­de­punkt im Bür­ger­krieg. Da­bei war es As­sad, der die Dschi­ha­dis­ten erst groß ge­macht und ih­nen den Bo­den be­rei­tet hat, weil er hoff­te, auf die­se Wei­se die Re­bel­len im ei­ge­nen Land ver­nich­ten zu kön­nen.

As­sad ist der Haupt­ver­ant­wort­li­che für die sy­ri­sche Tra­gö­die. Er ist ein Ge­walt­herr­scher, der Fass­bom­ben auf sein Volk ab­wer­fen und es mit Che­mie­waf­fen ver­ga­sen lässt. Sein Re­gime ist um nichts hu­ma­ner als der IS, mit dem Un­ter­schied, dass es sei­ne Gräu­el vor­zugs­wei­se im Ver­bor­ge­nen ver­übt, wäh­rend die Is­la­mis­ten ih­re Un­ta­ten zu Pro­pa­gan­da­zwe­cken öf­fent­lich im In­ter­net in­sze­nie­ren. ssads En­de ist nah wie nie. Und doch: Was ist die Al­ter­na­ti­ve zu sei­nem Sturz? Nicht aus­zu­ma­len, was ge­schieht, wenn der IS in Da­mas­kus ein­zieht. Im fünf­ten Kriegs­jahr ist die La­ge in Sy­ri­en hoff­nungs­lo­ser denn je.

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