25-Jäh­ri­ger stach nach Streit um zu viel Lärm zu

Nie­der­ös­ter­rei­cher war be­reits we­gen Mord­ver­suchs zu zehn Jah­ren Haft ver­ur­teilt wor­den. Nun wird Pro­zess in Wie­ner Neu­stadt neu auf­ge­rollt.

Kleine Zeitung Steiermark - - | ÖSTERREICH -

Zum be­reits zwei­ten Mal muss sich seit ges­tern ein 25-Jäh­ri­ger in Wie­ner Neu­stadt we­gen Mord­ver­suchs vor den Ge­schwo­re­nen ver­ant­wor­ten. Ihm wird vor­ge­wor­fen, nach ei­nem Streit über zu viel Lärm aus ei­ner an­gren­zen­den Woh­nung den ExF­reund sei­ner Nach­ba­rin nie­der­ge­sto­chen zu ha­ben. Das Ur­teil wird für mor­gen er­war­tet.

Der Nie­der­ös­ter­rei­cher war be­reits im De­zem­ber 2014 zu zehn Jah­ren Haft ver­ur­teilt wor­den, der Obers­te Ge­richts­hof hat­te die Ent­schei­dung aber teil­wei­se auf­ge­ho­ben. Im neu­en Pro­zess kam al­ler­dings ein wei­te­rer An­kla­ge­punkt da­zu: schwe­rer se­xu­el­ler Miss­brauch ei­nes elf­jäh­ri­gen Nach­bars­bu­ben. Die­se An- schul­di­gung war wäh­rend des ers­ten Ver­fah­rens noch Ge­gen­stand von Er­mitt­lun­gen ge­we­sen. Der 25-Jäh­ri­ge be­kann­te sich da­zu „nicht schul­dig“.

Es­ka­la­ti­on im Stie­gen­haus

Das Ge­schrei der Mut­ter, ih­rer bei­den klei­nen Kin­der so­wie Hun­de­ge­bell spät in der Nacht hat­ten den 25-Jäh­ri­gen im Ju­li 2014 in ei­ner Wie­ner Neu­städ­ter Sied­lung in Ra­ge ge­bracht. Der Früh­pen­sio­nist – er lei­det an ei­ner schwe­ren Herz­in­suf­fi­zi­enz – klopf­te dar­auf­hin bei der Nach­ba­rin an. Die­se woll­te je­doch nicht mit sich re­den las­sen, son­dern rief ih­ren Ex-Freund. Als der 33-Jäh­ri­ge ein­traf, es­ka­lier­te die Si­tua­ti­on im Stie­gen­haus: Der 25- Jäh­ri­ge zück­te ein Klapp­mes­ser und füg­te dem Mann ei­nen Stich zu, der nur knapp an der Hals­schlag­ader vor­bei­ging.

Im ers­ten Pro­zess hat­te der An­ge­klag­te an­ge­ge­ben, aus Angst vor dem ag­gres­si­ven 33-Jäh­ri­gen in Not­wehr zu­ge­sto­chen zu ha­ben. Bei die­ser Ver­si­on blieb er auch bei der zwei­ten Ver­hand­lung ges­tern: „Ich woll­te mit dem Mes­ser nur dro­hen. Ich woll­te ihn in die Schul­ter tref­fen, weil er auf mich zu­ge­sprun­gen ist. Ich hat­te Angst um mein Herz, dass der Mann hin­haut.“

Der An­ge­klag­te ha­be oh­ne Vor­war­nung zu­ge­sto­chen, von ihm sel­ber sei kei­ner­lei Ag­gres­si­on aus­ge­gan­gen, er­klär­te hin­ge­gen das 33-jäh­ri­ge Op­fer.

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