Zit­ter­par­tie um mehr Lehr­er­dienst­pos­ten

Lan­des­schul­rat spannt Netz für Flücht­lings­kin­der. / 257 Mil­lio­nen Eu­ro für Ener­gie-An­tei­le. / Fern­wär­me­streit sorgt für di­cke Luft.

Kleine Zeitung Steiermark - - | STEIERMARK - THO­MAS ROSSACHER, GÜN­TER PILCH

Das neue Schul­jahr ist na­he, den­noch ist nicht fix, wie vie­le Di­enst­pos­ten zu­sätz­lich die Stei­er­mark für Flücht­lings­kin­der er­hält. Ak­tu­ell sind 694 6- bis 15Jäh­ri­ge ver­merkt, die dem­nächst als (au­ßer­or­dent­li­che) Schü­ler Un­ter­richt ha­ben. 150 Stel­len be­an­trag­te Bil­dungs­lan­des­rä­tin Ur­su­la Lack­ner (SPÖ) in Sum­me, wie vie­le es wer­den, blieb beim Tref­fen der Lan­des­schul­rats­prä- si­den­ten mit Mi­nis­te­rin Ga­b­rie­le Hei­nisch-Ho­sek (SPÖ) aber un­be­ant­wor­tet. „Der Be­darf wird laut Mi­nis­te­ri­um erst am ers­ten Schul­tag er­sicht­lich sein“, be­rich­tet Eli­sa­beth Meix­ner (ÖVP). Man wür­de dann noch­mals ab­zäh­len, Mel­dun­gen der Schu­len ans Land wei­ter­lei­ten und die Ver­hand­lun­gen ab­war­ten. So oder so: „Wir neh­men al­le die­se Kin­der auf.“Nächs­te Wo­che wer­den die Pflicht­schul­in­spek­to­ren und Di­rek­to­ren in­stru­iert. Ob Deutsch­stun­den, zwei­spra­chi­ger Un­ter­richt, För­der­kur­se: Das Land sei vor­be­rei­tet. Noch da­zu ha­ben sich „et­li­che pen­sio­nier­te Leh­rer ge­mel­det, die hel­fen wol­len“, ist Meix­ner zu­ver­sicht­lich.

Der Ener­gie­kon­zern Électri­cité de Fran­ce (EdF) will sei­ne 25 Pro­zent an der Ener­gie Stei­er­mark an ei­nen aus­tra­li­schen Fonds ver­äu­ßern. Das Land hät­te ein Vor­kaufs­recht, will sich aber den Rück­kauf er­spa­ren: Das galt im Ju­li (wir be­rich­te­ten) – und gilt im Sep­tem­ber. Denn die er­for­der­li­chen 257 Mil­lio­nen Eu­ro ha­ben we­der Lan­des­haupt­mann Her­mann Schüt­zen­hö­fer (ÖVP) noch sein Vi­ze-LH Michael Schick­ho­fer (SPÖ) „auf der ho­hen Kan­te“. Für den An­kauf wä­ren neue Dar­le­hen not­wen­dig, die man im Land aber eben­so we­nig auf­neh­men möch­te wie die be­acht­li­chen Rück­la­gen des stei­ri­schen Ener­gie­ver­sor­gers an­grei­fen. Die­se sol­len viel­mehr für brei­te In­ves­ti­tio­nen her­an­ge­zo­gen wer­den: Na­tür­lich steht da das Gra­zer Mur­kraft­werk wie­der zur De­bat­te – der Bau wür­de dem Ar­beits­markt gut­tun. Ob er aber dem Bud­get lang­fris­tig gut­tut, das wird der­zeit be­rech­net.

Der Ver­bund als Part­ner hat der­zeit aber an­de­re Prio­ri­tä­ten und ver­sucht – trotz der Pro­ble­me mit dem ab­ge­stell­ten Gas­kraft­werk Mellach – hän­de­rin­gend, bei der Gra­zer Fern­wär­me im Spiel zu blei­ben. Ein beim Um­welt­bun­des­amt be­auf­trag­tes Gut­ach­ten, das ei­ne rein „stei­ri­sche“Fern­wär­me­lö­sung mit ei­nem Aus­bau des Gra­zer Gaskraft­werks als öko­lo­gisch frag­wür­dig gei­ßelt, lässt den Gra­zer Bür­ger­meis­ter Sieg­fried Nagl (ÖVP) schäu­men. Der Streit zwi­schen Ver­bund und Ener­gie Stei­er­mark sei „ei­ne pein­li­che Pos­se“, die Un­ter­neh­men mö­gen sich an ei­nen Tisch set­zen. Ähn­lich die Re­ak­ti­on der grü­nen Um­welt­stadt­rä­tin Li­sa Rü­cker, die kri­ti­siert, dass sich das Land als Es­tag-Ei­gen­tü­mer nicht ein­ge­bracht ha­be. Der Ver­bund si­gna­li­siert, man wol­le Land und Stadt als Mellach-Mit­ei­gen­tü­mer an Bord ho­len. Die Ener­gie Stei­er­mark war­tet „im­mer noch auf ein kon­kre­tes An­ge­bot des Ver­bunds“.

Mit Kers­tin Harm-Schwarz ist die Spit­ze des Flücht­lings­re­fe­rats neu be­setzt. Nicht die ein­zi­ge Per­so­na­lie im Lan­de: So ist die lang­jäh­ri­ge Bü­ro­che­fin von Franz Vo­ves, Bri­git­te Scherz-Schaar, nun voll und ganz Vi­ze-Lan­des­amts­di­rek­to­rin und für die St­ab­stel­le Ver­wal­tungs­re­form und In­no­va­ti­on zu­stän­dig. Der Nach­fol­ger von Fi­nanz­ab­tei­lungs­lei­ter Lud­wig Sik ist eben­so ge­fun­den: Cle­mens Mun­ge­nast, Bud­get­ex­per­te des Bun­des. Er wird von der SPÖ fa­vo­ri­siert, die ÖVP muss zu­stim­men. Als Stell­ver­tre­te­rin wird Patri­cia Theißl ge­nannt.

„Müs­sen 1. Schul­tag ab­war­ten“: Eli­sa­beth Meix­ner

„Pein­li­che Pos­se um die Fern­wär­me“: Sieg­fried Nagl

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