Wi­en, das ro­te Tuch im Ar­beits­kampf

Pas­send zur Ös­ter­reich-Vi­si­te von Luft­han­saBoss Sp­ohr kommt ei­ne neue Streik­dro­hung.

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT - CLAU­DIA HAA­SE

7,6 Mil­lio­nen. Um Kos­ten zu sen­ken, wur­den in der Ös­ter­reichZen­tra­le 73 von 118 Jobs ge­stri­chen. Der Na­me Obi steht üb­ri­gens für die Laut­schrift des fran­zö­si­schen Wor­tes für Hob­by. 1970 öff­ne­te der ers­te Obi in Ham­burg mit 12 Mit­ar­bei­tern, das Kon­zept wur­de von den Do-it-your­sel­fMärk­ten in den USA im­por­tiert.

Seit 1985 ge­hört die Ket­te zum bald 150 Jah­re al­ten Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men Ten­gel­mann, das mit Le­bens­mit­teln (Kai­sers Ten­gel­mann), Heim­wer­ker­be­darf (Obi), Tex­ti­li­en (KiK) und wei­te­ren Be­tei­li­gun­gen in 19 Län­dern 72.700 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt und 2014 8,1 Mil­li­ar­den Eu­ro um­setz­te. In Ös­ter­reich ge­hör­te bis 2010 auch der Le­bens­mit­tel­händ­ler Ziel­punkt in das Ten­gel­mann-Reich. Mil­li­ar­den Eu­ro be­trug der Ge­samt­b­rut­to­um­satz des Bau­markt­han­dels in Ös­ter­reich 2014, ein Plus von 0,8 Pro­zent. Gar­ten­ar­ti­kel stei­gen am stärks­ten. Qua­drat­me­ter be­trägt die durch­schnitt­li­che Grö­ße ei­nes Bau­markts in Ös­ter­reich. Die Flä­che al­ler Märk­te: 1,574 Mil­lio­nen Qua­drat­me­ter. Bau­märk­te rit­tern in Ös­ter­reich der­zeit um die Heim­wer­ker­schaft. Die größ­ten drei: Bau­max (65), Obi (33) und Bau­haus mit 21 Stand­or­ten. WI­EN. Es ist kein Zu­fall, dass die An­dro­hung des 13. Streiks der Luft­han­sa-Pi­lo­ten auf den Tag der Wi­en-Vi­si­te von Luft­han­saBoss Cars­ten Sp­ohr fällt. In Wi­en hat der Kon­zern gera­de die Dach­ge­sell­schaft der neu­en Luft­han­sa-Bil­lig-Air­line Eu­ro­wings ge­grün­det. Hier spielt die Mu­sik, den Takt im Kon­zern gibt der neue „bil­li­ge“Kol­lek­tiv­ver­trag der AUA vor.

Sp­ohr – am Mitt­woch pro­mi­nen­tes­ter Red­ner beim Luft­fahrt­sym­po­si­um – spricht vom „här­tes­ten Ar­beits­kampf“in der Ge­schich­te der Air­line. Er will ihn durch­drü­cken. „Die Zu­kunfts­fä­hig­keit des Kon­zerns ist wich­ti­ger als die kurz­fris­ti­ge Ver­mei­dung von Streiks. Die­se Not­wen­dig­keit ist nach ei­nem 13. Streik ge­nau­so da wie nach ei­nem 14.“Erst am Di­ens­tag­abend hat­te der Vor­stand ei­nen Spar­vor­schlag über 500 Mil­lio­nen Eu­ro der deut­schen Ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) ab­ge­wie­sen.

Wi­en dürf­te für die VC in­zwi­schen zum ro­ten Tuch ge­wor­den sein. VC-Ver­tre­ter Mar­kus Wah­le spricht von „Aus­flag­gen“, wirft Sp­ohr Ta­rif­flucht und feh­len­des In­ter­es­se an ge­mein­sa­men Lö­sun­gen vor.

Ein­ein­halb Jah­re dau­ert der Kon­flikt schon. Die Luft­han­sa will ei­ne neue Re­ge­lung der Be­triebs­pen­sio­nen für 5400 Pi­lo­ten. Statt für die Pen­si­ons­hö­he zu ga­ran­tie­ren, will sie künf­tig nur fes­te Ar­beit­ge­ber­bei­trä­ge zah­len. Die Ge­halts­ver­hand­lun­gen macht die Luft­han­sa eben­falls von der Fra­ge ab­hän­gig.

Ei­ne Bil­lig-Air­line kön­ne nicht mit Spit­zen­löh­nen funk­tio­nie­ren, so Sp­ohr. Die Luft­han­sa brau­che die Eu­ro­wings. „Wenn mög­lich und nö­tig, mit Part­nern.“Schrump­fen sei nicht die rich­ti­ge Ant­wort auf die lan­ge un­ter­schätz­ten Low Cost Car­ri­ers. Denn Wachs­tum kom­me fast nur noch von Pri­vat­kun­den. Sp­ohr: „Rei­sen ist der wah­re Mo­tor der Luft­fahrt­bran­che.“Ent­spre­chend wer­de der Punkt­zu-Punkt-Ver­kehr aus­ge­baut.

Mehr Low Cost in Wi­en

Bei der span­nen­den Fra­ge, wie vie­le Eu­ro­wings-Flie­ger über die zwei be­kann­ten hin­aus künf­tig tat­säch­lich von Wi­en aus an den Start ge­hen sol­len, ließ er sich nicht in die Kar­ten bli­cken. Das Low-Cost-An­ge­bot in Wi­en sei je­den­falls noch nicht so groß wie die Nach­fra­ge. Die AUA wer­de ver­stärkt Cr­ews zur Ver­fü­gung stel­len und kön­ne gleich­zei­tig über den „Pre­mi­um­an­satz“wach­sen.

Sp­ohr ver­tei­dig­te in Wi­en auch die neue Ti­cket­ge­bühr von 16 Eu­ro, die der Kon­zern für Bu­chun­gen über Rei­se­bü­ros oder On­line-Platt­for­men kas­siert. Sp­ohr sieht dar­in ei­nen un­um­kehr­ba­ren Trend, an des­sen Spit­ze sich die Luft­han­sa set­ze.

„Die Zu­kunfts­fä­hig­keit des Kon­zerns ist wich­ti­ger als das kurz­fris­ti­ge Ver­mei­den von Streiks“, so Sp­ohr in Wi­en

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