Fay­manns Som­mer­vor­trag

Als gut ein­stu­dier­tes Po­lit­thea­ter emp­fan­den un­se­re Le­ser das ORF-Som­mer­ge­spräch mit Kanz­ler Wer­ner Fay­mann. Hans Bür­ger sei bra­ver Zu­hö­rer und Stich­wort­ge­ber ge­we­sen.

Kleine Zeitung Steiermark - - LESERFORUM - Dr. Joa­chim Bert­hold, Arzt, Graz Da­ni­el St­ei­ner, Puch Dr. Wolf­gang Himm­ler, Graz Ger­hard Uhl, Gleis­dorf Franz Stras­ser, Graz

Ich ha­be mir gera­de das Som­mer­ge­spräch mit Bun­des­kanz­ler Fay­mann an­ge­se­hen. Ha­be vor­zei­tig ab­ge­schal­tet. Die­ses Ge­spräch war ei­ne Po­lit­show vom Feins­ten. Wie ein gut ge­prob­tes Thea­ter­stück.

Un­ser Herr Bun­des­kanz­ler auf ein­mal kämp­fe­risch mit kla­ren Aus­sa­gen. Aus­sa­gen, die wei­test­ge­hend auch dem Volks­mund ent­spre­chen. Nein, nicht po­pu­lis­tisch, das ma­chen ja an­de­re! Ein­fach geil.

Steil­vor­la­gen von Herrn Bür­ger, wel­che haupt­säch­lich po­si­ti- ve Ant­wor­ten er­mög­li­chen – an­satz­los be­ant­wor­tet (weil der Text vor­her schon be­kannt war?). Ich kom­me aus dem La­chen nicht mehr her­aus. Die For­de­rung nach „mehr So­li­da­ri­tät in der EU“hat lei­der kei­nen „Neu­ig­keits­wert“. Stre­cken­wei­se hat­te ich den Ein­druck, dass der Bun­des­kanz­ler auf Ein­la­dung des ORF ei­nen „Som­mer­vor­trag“hält. Herr Bür­ger als bra­ver Zu­hö­rer, der die Aus­füh­run­gen durch Nach­fra­gen nicht stö­ren woll­te.

Das The­ma Ar­beits­zeit­ver­kür­zung durch die ge­stie­ge­ne Pro­duk­ti­vi­tät hät­te mehr Zeit be­an­spru­chen sol­len. Aus mei­ner Sicht ei­ne Chan­ce, die stei­gen­de Ar­beits­lo­sig­keit in den Griff zu be­kom­men. Auf kei­nen Fall darf sich Eu­ro­pa er­pres­sen las­sen. Wenn ihr uns nicht mehr helft, kom­men wir zu euch. Ge­be es ein eu­ro­pa­wei­tes Volks­be­geh­ren, Eu­ro­pa zu­erst, wür­de ich mich aufs Fahr­rad schwin­gen Rich­tung Ge­mein­de­amt. Den Halb­jah­res­be­rich­ten nach sind die hei­mi­schen Ban­ken auf der Ge­win­ner­stra­ße. Die Kun­den, von de­nen die­se le­ben, sind an­schei­nend nicht exis­tent. Das Zins­ni­veau ist im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes un­ter dem Hund.

Al­so wei­ter­hin „Ei­ne Bank auf die Bank“. Kommt Zeit, kommt Rat. So wie der Wäh­ler nicht ver­gisst, der Kun­de stets ein Kö­nig ist.

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