Po­ker, um in der Po­li­tik zu blei­ben

Po­li­ti­ker den­ken vor­ran­gig an ih­re gut be­zahl­ten Ses­sel, mei­nen Le­ser zu Ur­su­la Sten­zel.

Kleine Zeitung Steiermark - - | LESERFORUM - Mar­kus Kar­ner, St. Ste­fan Pe­ter Tritsc her, Ro­sen­tal Al­bert Pul­fe­rer, Kla­gen­furt

Ur­su­la Sten­zel si­chert sich wei­ter­hin ei­nen fi­xen Job. Wer schei­det schon gern aus der Po­li­tik aus? Ob­wohl sie doch schon pen­si­ons­be­rech­tigt wä­re. Man wird dort reich­lich ent­lohnt und kriegt nie ge­nug da­von. Dar­um sind auch die vier vom Team Stro­nach zur ÖVP ge­wech­selt. Um in ei­ne si­che­re Zu­kunft bli­cken zu kön­nen. Doch ist die­se bei FPÖ und ÖVP so hun­dert­pro si­cher?

Macht und Geld

Sehr ge­ehr­te Frau Sten­zel! Dan­ke, dass Sie uns zei­gen, wie wir Steu­er­zah­ler, Pen­sio­nis­ten, Ju­gend­li­chen und und und in die­sem so schö­nen Land von der Po­li­tik ver­höhnt wer­den. Macht­gier und Geld brin­gen eu­ren Be­rufs­stand (Gott sei Dank) um. Es ist be­schä­mend, wie je­mand, der ne­ben Mock, Schüs­sel und Co. ge­ses­sen ist, un­se­rer Ju­gend zeigt, wie und was Wer­te im Le­ben sind. So lan­ge im po­li­ti­schen Un­ter­grund zu schwim­men war si­cher schwer, da Sie Ih­re wah­re Iden­ti­tät ja doch im­mer im blau­en Dunst­kreis hat­ten. Sten­zels Po­ker um Ver­bleib in der Po­li­tik: die FPÖ als neue po­li­ti­sche Hei­mat? Ist das nicht ein zu ho­her Spiel­ein­satz?

„Die Frei­heit­li­chen ha­ben es ver­ab­säumt, die Par­tei von un­ten her auf ei­nem neu­en Kel­ler auf­zu­bau­en“, sag­te Pe­ter Sich­rovs­ky. „Da­her schwankt das bis­wei­len be­ein­dru­cken­de Wäh­ler­ge­bäu­de wei­ter­hin über ei­ner Senk­gru­be, in der das Ge­dan­ken­gut der völ­ki­schen Tra­di­tio­na­lis­ten da­hin­west. Die­sem rech­ten Mi­lieu, das sei­ne Über­zeu­gun­gen von Ge­ne­ra­ti­on zu Ge­ne­ra­ti­on wei­ter­reicht, ent­stam­me nun haupt­säch­lich die Per­so­nal­re­ser­ve der Par­tei.“(Die Zeit – Stra­che und die Ju­den, 12. Fe­bru­ar 2012).

Ge­meint ist die FPÖ un­ter Hai­ders ge­leh­rigs­tem Schü­ler H. C. Stra­che. Das al­les dürf­te Frau Sten­zel, die ih­ren jü­disch-christ­li­chen Back­ground im In­ter­view ex­tra be­ton­te, über­se­hen ha­ben. Über­se­hen hat sie wohl ziem­lich viel in der Bio­gra­fie ih­res neu­en Chefs und in der Ge­schich­te die­ser Par­tei. Ob die­ser Preis nicht doch viel zu hoch ist?

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