Mi­li­tär sucht Na­zizug

Kleine Zeitung Steiermark - - INTERNATIONAL -

Sou­ve­nir aus ech­ter Scho­ko­la­de Stre­cke zwi­schen Wro­cław (Bres­lau) und Wałbrzych über­prü­fen. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter To­masz Sie­mo­ni­ak kün­dig­te die Mis­si­on im Rund­funk­sen­der „Ra­dio Wro­cław“an. Gleich­zei­tig warn­te er vor Er­war­tun­gen, wo­nach die Fach­leu­te vom Kampf­mit­tel­räum­dienst oder an­de­re Sol­da­ten nun auch mit Spa­ten oder Bohr­ge­rät an­rü­cken: „Das ist nur ei­ne Er­kun­dungs­ak­ti­on. Da­nach ent­schei­den wir wei­ter.“Der­weil warn­ten die lo­ka­len Be­hör­den Frei­zeit-Schatz­su­cher vor ei­gen­mäch­ti­gen Ak­tio­nen. Ein mög­li­cher Zug könn­te ver­mint sein, heißt es. Wałbrzych ver­sucht, mit Tou­ren zu un­ter­ir­di­schen Tun­neln das weit über die Gren­zen Po­lens hin­aus an­hal­ten­de In­ter­es­se an dem „gol­de­nen Zug“zu nut­zen, um den Tou­ris­mus zu be­le­ben. Ei­ne re­gel­rech­te Sou­ve­nirin­dus­trie hat sich in­zwi­schen ent­wi­ckelt, bei­spiels­wei­se wer­den „Fein­gold­bar­ren“aus Scho­ko­la­de feil­ge­bo­ten.

„Un­wi­der­leg­ba­re Be­wei­se“

In der tra­di­tio­nel­len Berg­bau­re­gi­on kur­sie­ren seit Jahr­zehn­ten Ge­rüch­te über Na­zischät­ze, die in der Schluss­pha­se des Zwei­ten Welt­kriegs in un­ter­ir­di­schen Stol­len und Tun­neln ver­steckt wor­den sein sol­len. Je­ne zwei Män­ner, die im Au­gust bei den Be­hör­den den Fund des Zu­ges ge­mel­det und Finderlohn an­ge­for­dert hat­ten, leg­ten nun nach: In der Nach­rich­ten­sen­dung „Pan­ora­ma“la­sen Piotr Koper und Andre­as Rich­ter aus Wałbrzych ei­ne von An­wäl­ten ver­fass­te Er­klä­rung vor: „Wir ha­ben un­wi­der­leg­ba­re Be­wei­se, dass er exis­tiert.“Sie sei­en zur Ko­ope­ra­ti­on mit dem Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um be­reit – ver­mu­tet wer­de der Zug bei Stre­cken­ki­lo­me­ter 65.

Der gest­ri­ge, ers­te Ein­satz des Mi­li­tärs soll nur kurz ge­dau­ert ha­ben. Zu­nächst sei es um ei­ne Son­die­rung des Ge­biets ge­gan­gen – wann die elek­tro­ni­sche Su­che tat­säch­lich be­gin­nen soll, ist nicht be­kannt. Nach sie­ges­si­che­ren Mel­dun­gen äu­ßern sich die Be­hör­den in­des skep­ti­scher: Er se­he kei­nen In­for­ma­ti­ons­ge­winn zu ähn­li­chen Be­rich­ten, die im­mer wie­der auf­tauch­ten, sag­te Land­rat To­masz Smo­larz da­zu.

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