Mo­bil­funk: Preis­an­stieg ge­stoppt

In den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren sind die Mo­bil­funk­ta­ri­fe teu­rer ge­wor­den. Doch neue An­bie­ter ha­ben dem Preis­an­stieg nun ein En­de be­rei­tet.

Kleine Zeitung Steiermark - - | IHR GELD - RO­MAN VILGUT

Die Zei­ten, in de­nen Ös­ter­reich un­ein­ge­schränkt als „Schla­raf­fen­land“für Mo­bil­fun­k­nut­zer be­zeich­net wer­den konn­te, sind seit der Fu­si­on von Drei und Oran­ge vor­bei. Den­noch hat sich in den ver­gan­ge­nen neun Mo­na­ten ei­ni­ges ge­tan. Mit dem Ein­stieg von UPC und Ho­fer/Ven­to­com (HoT) in den Mo- bil­funk­markt konn­te der Preis­an­stieg ge­dämpft wer­den. Das zeigt ei­ne Un­ter­su­chung der Te­le­komRe­gu­lie­rungs­be­hör­de RTR. Und es bleibt span­nend am Mo­bil­funk­markt: Im Ju­ni ist mit Spu­su ein wei­te­rer An­bie­ter ge­star­tet. Te­le2 steht in den Start­lö­chern und am Mon­tag prä­sen­tiert die Al­li­anz Ver­si­che­rung ei­ne Zu-

KLEI­NE ZEI­TUNG SAMS­TAG, 5. SEP­TEM­BER 2015 sam­men­ar­beit mit der Fir­ma Ven­to­com. Die al­ter­na­ti­ven An­bie­ter ha­ben ei­nen Markt­an­teil von 1,8 Pro­zent. RTR-Ge­schäfts­füh­rer Jo­han­nes Gungl geht da­von aus, dass die­se in drei bis fünf Jah­ren bis zu zehn Pro­zent der Mo­bil­funk­kun­den an­lo­cken könn­ten.

Fal­len­de Prei­se sind gu­te Nach­rich­ten für Kun­den. Doch ein ge­nau­er Blick zeigt: Es konn­te noch nicht je­nes Preis­ni­veau er­reicht wer­den, das vor der Fu­si­on von Oran­ge und Drei ge­herrscht hat­te. So­ge­nann­te „Po­weru­ser“, die viel te­le­fo­nie­ren, SMS schrei­ben und sur­fen, pro­fi­tie­ren am stärks­ten von den ak­tu­el­len un­li­mi­tier­ten Ta­ri­fen. Auch die We­ni­gte­le­fo­nie­rer müs­sen deut­lich we­ni­ger zah­len als im Vor­jahr. Al­ler­dings wa­ren die Preis­stei­ge­run­gen seit 2013 in die­sem Seg­ment am stärks­ten.

Mo­bil­funk-Kun­den mit ei­nem durch­schnitt­li­chen Te­le­fo­nie­und Surf­ver­hal­ten pro­fi­tie­ren in­des kaum von der ak­tu­el­len Ent­wick­lung.

Doch die RTR hat nicht nur die Kos­ten un­ter die Lu­pe ge­nom- men. Auch die Ver­brei­tung des In­ter­nets in Ös­ter­reich und das Nut­zer­ver­hal­ten wur­den von der Be­hör­de un­ter­sucht.

Mehr als die Hälf­te der Ös­ter­rei­cher nutzt min­des­tens ein­mal in der Wo­che ein so­zia­les Netz­werk. Im­mer mehr ver­wen­den das Netz au­ßer­dem, um sich Vi­de­os an­zu­se­hen oder Mu­sik zu hö­ren – über le­ga­le Strea­m­ing­platt­for­men. Den­noch: Die Haupt­ak­ti­vi­tä­ten im In­ter­net blei­ben E-Mail­sSchrei­ben und Im-Netz-Sur­fen. RTR-Chef Jo­han­nes Gungl

We­ni­ger Fest­netz­an­schlüs­se

Das Fest­netz dient vie­len Ös­ter­rei­chern nur noch als Zu­gang ins In­ter­net. Über 83 Pro­zent der Haus­hal­te sind im Netz. Nur bei den über 70-Jäh­ri­gen hat noch mehr als die Hälf­te der Kun­den kein In­ter­net. Äl­te­re Ge­ne­ra­tio­nen hal­ten auch noch am Fest­netz­te­le­fon fest. Gungl: „Bei den un­ter 30-Jäh­ri­gen ist Fest­netz ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te, aus­lau­fen­de Tech­no­lo­gie. Doch bei den über 60-Jäh­ri­gen gibt es fast 60 Pro­zent, die über ei­nen Fest­netz­an­schluss ver­fü­gen.“

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