„Da kommt Ad­re­na­lin ins Spiel“

Ein span­nen­der Be­ruf, für den man um­fang­rei­che tech­ni­sche Kennt­nis­se ha­ben muss: Jo­han­nes Bät­tig ist Be­triebs­in­ge­nieur der Wie­ner Volks­oper.

Kleine Zeitung Steiermark - - | MEINE KARRIERE -

Wür­den Sie bit­te Ih­re Zu­stän­dig­keits­ge­bie­te auf­zäh­len? JO­HAN­NES BÄT­TIG: Zu­stän­dig bin ich für die ge­sam­te Haus- und Büh­nen­tech­nik, für den Be­reich Elek­tro, Hei­zung, Lüf­tung, Kli­ma, au­ßer­dem für die Ar­beits­si­cher­heit und die Be­triebs­feu­er­wehr.

Das kann man be­stimmt nicht al­les auf ein­mal ler­nen. BÄT­TIG: Nein. Die Ba­sis war ein Stu­di­um für Elek­tro­tech­nik, das ich an der TU in Wi­en ab­schloss.

Und wie eig­ne­ten Sie sich die nö­ti­gen zu­sätz­li­chen Kennt­nis­se an? BÄT­TIG: Le­arning by do­ing. Wir stan­den da­mals am Be­ginn ei­ner neu­en Büh­nen­tech­nik mit Com­pu­ter­steue­rung und Hy­drau­lik, und ich ha­be das kon­ti­nu­ier­lich ge­lernt. Heu­te gibt es in Berlin be­reits ein Stu­di­um in Thea­ter- tech­nik, wo man als in­ge­nieur ab­schließt.

Je­de Be­we­gung, je­de Licht­stim­mung oder Ton­ein­spie­lung, ist das heu­te al­les vor­pro­gram­miert? BÄT­TIG: Ja, doch es wird hän­disch aus­ge­löst.

Das heißt, je­mand drückt auf ei­nen Knopf? BÄT­TIG: So ist es.

Und was ist, bei all die­ser Viel­falt, Ih­re Haupt­auf­ga­be? BÄT­TIG: Schlicht und ein­fach, dass es funk­tio­niert.

Gibt es Pan­nen? BÄT­TIG: Die sind nie aus­zu­schlie­ßen, denn wir spie­len ja Abend für Abend live.

Was zum Bei­spiel kann in Ih­rem Be­ruf pas­sie­ren? BÄT­TIG: Kurz vor Be­ginn der Vor­stel­lung ei­ne klei­ne Soft­ware­ver-

Be­triebs- än­de­rung – auf ein­mal geht gar nichts mehr. Da kommt Ad­re­na­lin ins Spiel. Ein­mal, vor ei­ner Vor­stel­lung, ging der Vor­hang von selbst im­mer wei­ter auf. Ein an­der­mal fuhr ei­ne Zug­lat­te im­mer wei­ter ins Bild. Des Rät­sels Lö­sung: Ei­ne ein­zel­ne Tas­te muss­te ge­löst wer­den. Oder: Die Büh­ne dreht sich zu schnell, dann müs­sen die Künst­ler ko­ope­rie­ren. Wenn gar nichts mehr geht, fällt der Vor­hang. Das ist aber sel­ten der Fall. Doch um all das blitz­schnell zu er­ken­nen und rich­tig zu re­agie­ren, braucht man ein ex­zel­len­tes, ein­ge­spiel­tes Team.

War es be­son­ders schwer, die Mög­lich­kei­ten des Com­pu­ter­sys­tems aus­zu­lo­ten? BÄT­TIG: Wie die Steue­rung im De­tail funk­tio­niert, lernt man am bes­ten, wenn man Feh­ler sucht oder be­hebt. Na­tür­lich gibt es auch ei­ne ent­spre­chen­de Ein­schu­lung durch die Fir­men, die die­se An­la­gen in­stal­lie­ren. Und die hel­fen dann auch in Not­fäl­len.

Beim Ho­me-Com­pu­ter gibt es die Angst vor Vi­ren. Bei so rie­si­gen Sys­te­men auch? BÄT­TIG: Nein, aber theo­re­tisch könn­te es Ha­cker­an­grif­fe ge­ben.

2003 wur­den an der Volks­oper meh­re­re Zwei­ge zur Ab­tei­lung Be­triebs­tech­nik zu­sam­men­ge­fasst, und man be­gann mit ei­ner Zu­satz­aus­bil­dung von Si­cher­heits­fach­kräf­ten. Was muss man da al­les be­herr­schen? BÄT­TIG: Den gan­zen Be­reich des Ar­beit­neh­mer­schut­zes mit über 30 Ver­ord­nun­gen. Wo­bei es na­tür­lich dar­um geht, das al­les im

Sorgt für ei­nen rei­bungs­lo­sen Ablauf hin­ter der Büh­ne – ak­tu­ell wäh­rend der Auf­füh­rung „Im wei­ßen Rössl“: Jo­han­nes Bät­tig

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